Undine Ruge

Die Erfindung des 'Europa der Regionen'

Kritische Ideengeschichte eines konservativen Konzepts. Dissertation
Cover: Die Erfindung des 'Europa der Regionen'
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783593373423
Kartoniert, 388 Seiten, 43,00 EUR

Klappentext

Das "Europa der Regionen" war in den 1990er Jahren in aller Munde. Undine Ruge untersucht die ideengeschichtliche Entwicklung dieses Europakonzepts, das den Regionen eine größere Bedeutung bei der Gestaltung Europas zusprach als den Nationalstaaten. Sie zeigt, dass das Konzept keineswegs eine Erfindung der beiden vergangenen Jahrzehnte ist, sondern begrifflich wie konzeptionell an Denkansätze anschließt, die bereits in europapolitischen Debatten zwischen den 1920er und 1960er Jahren entstanden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2004

Stefan Fröhlich lobt an dieser ideengeschichtlichen Untersuchung von Undine Runge zur "konservativen" und "antiliberalen" Vorgeschichte des Konzepts vom "Europa der Regionen" zunächst, dass die Autorin richtig konstatiere, dass weniger "die Region" als vielmehr die "ihr zugeschriebenen sozialphilosophischen" Merkmale, "als Gegenbild zur Moderne", die latente Attraktivität des damit bezeichneten Konzepts ausmachen. Auch die Konzepte der beiden wichtigsten Väter der Idee im zwanzigsten Jahrhundert, Denis de Rougemont und Guy Heraud, findet der Rezensent in diesem Buch offenbar richtig wiedergegeben. Er kritisiert dann aber, dass die Verfasserin die wesentliche Schwäche all der entsprechenden Konzepte "leider nicht mehr gründlich reflektiert" habe: nach Ansicht des Rezensenten dürften sowohl deren Unschärfe als auch ihre realpolitische Wirkungslosigkeit mit dem Fehlen einer modernen "Föderalismustheorie" zusammenhängen.
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