Ulrich Schreiber

Opernführer für Fortgeschrittene. Die Geschichte des Musiktheaters

Band 3: Das 20. Jahrhundert. Teil 2: Deutsche und italienische Oper nach 1945, Frankreich und Großbritannien
Cover: Opernführer für Fortgeschrittene. Die Geschichte des Musiktheaters
Bärenreiter Verlag, Kassel 2005
ISBN 9783761814376
Gebunden, 727 Seiten, 47,50 EUR

Klappentext

Die Fülle des Stoffs, die der dritte Band (20. Jahrhundert) fassen muss, macht eine Dreiteilung erforderlich. Nach der Überleitung aus dem 19. Jahrhundert von Wagner und Verdi bis zum Faschismus (Band 3.I) ist nun die Operngeschichte in Deutschland und Italien (ab 1933), in Frankreich und England (gesamtes 20. Jahrhundert) Thema von Band 3.II. Ein abschließender Band wird Russland, Osteuropa, Janßcek, die Nationen am Rande Europas und außerhalb des Kontinents behandeln. Knapp 300 Einzelwerkbesprechungen, eingebunden in die Musik- und Ideengeschichte des Genres und in die politische und allgemeine Kulturgeschichte, bieten dem Opernbesucher aufschlussreiche Verständnishilfen für das moderne Musiktheater. Im Vordergrund steht dabei stets der Kunstwerkcharakter der behandelten Opern. Zugleich wird in Zeiten zunehmender Etatkürzungen das Bewusstsein für die Vitalität und gesellschaftliche Bedeutung dieser Kulturform geschärft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2006

Überaus beeindruckt zeigt sich Ellen Kohlhaas von Ulrich Schreibers umfangreicher Geschichte der Oper, von der nun der zweite Teilband über die Oper in Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien von 1945 bis 2005 erschienen ist. Sie würdigt den Band als einen "Sinnesöffner" und als Plädoyer "für die Vitalität der Gattung und gegen den zeittypischen Sofort- und Trivialkonsum". Kohlhass bescheinigt dem Autor, einen "Ariadnefaden durch das Labyrinth aus Namen, Strömungen und Formen" zu legen. Allerdings liest sich der Band nicht wie von selbst: Vor allem die Fülle von Fakten, Verweisen und Reflexionen sowie die gedankenbefrachtete Sprache machen einem nach Ansicht von Kohlhaas die Lektüre manchmal "nicht leicht". Doch lässt die Rezensentin keinen Zweifel daran, dass sie sich wirklich lohnt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2006

Überzeugend findet Rezensent Peter Hagmann den nun erschienenen Teilband über das Musiktheater des 20. Jahrhunderts, mit dem Ulrich Schreiber sein Lebenswerk, die Geschichte des musikalischen Theaters, fortsetzt. Wie er berichtet, arbeitet Schreiber mit einer Kombination von chronologischer und geografischer Ordnung. In den ruhigen Erzählduktus seien dabei Inseln eingelassen, die gewisse Komponisten herausheben und den Blick auf deren gesamtes Schaffen für das Musiktheater eröffnen, die aber auch einzelne Werke ausführlicher erörtern. Hagmann hebt hervor, dass das Werk für die rasche Konsultation vor der Aufführung kaum geeignet ist, zielt es doch auf Vertiefung und die Herstellung von Zusammenhängen. Das leistet es zur Freude Hagemanns aber "brillant". Er lobt das Werk als faktenreich, akribisch und reflektiert. Schreiber setze den Akzent aufs Musikalische und ziehe das Szenische und die Wirkungsgeschichte erst in zweiter Linie hinzu. "Aber da er so genau nachdenkt", so der Rezensent, "führt die Lektüre zu einem anregenden, weil eigenwilligen Spaziergang durch die Landschaft des Musiktheaters".
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