Strafrecht in Reaktion auf Systemunrecht

Vergleichende Einblicke in Transitionsprozesse. Band 1: Internationales Kolloquium Freiburg im Breisgau 2.-5. Juni 1999
Max-Planck-Institut für ausländisches und internat, Freiburg i.Br. 2000
ISBN 9783861139386
Broschiert, 477 Seiten, 32,72 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Albin Eser und Jörg Arnold. Vom 2.-6. Juni 1999 fand in Freiburg ein vom MPI veranstaltetes internationales Kolloquium zur Frage des strafrechtlichen Umgangs mit Systemunrecht mit Landesberichterstattern und weiteren überwiegend hochrangigen Juristinnen und Juristen aus dem In- und Ausland statt. Sie diskutierten über den strafrechtlichen Umgang mit Systemunrecht in den verschiedenen vom Projekt erfassten Ländern und versuchten, Modelle zum strafrechtlichen Umgang mit Systemunrecht zu entwickeln und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile deutlich zu machen. Landesberichterstatter hielten jeweils zu dem von ihnen bearbeiteten Land einen Kurzvortrag, in dem der strafrechtliche Umgang mit Systemunrecht skizziert wurde.
Band 1 der Tagungsbände enthält unter anderem von den Landesberichterstattern gefertigte Kurzberichte zum strafrechtlichen Umgang mit Systemunrecht in dem von ihnen bearbeiteten Land in englischer und deutscher Sprache, zum Teil auch in spanischer und französischer Sprache. Die Landesberichte Argentinien, Estland, Griechenland, Litauen, Mali, Polen, Russland, Ungarn und Weißrussland liegen als Entwurfsfassungen vor und werden demnächst veröffentlicht. Eingegangen sind auch Entwürfe von Landesberichten aus Brasilien, Chile, China, Ghana, Georgien, Korea, Spanien, Südafrika, Tschechien und Uruguay. Der Eingang der Berichte für Bulgarien, Guatemala, Portugal und Ruanda steht noch aus, wobei die Landesberichterstatter für Chile und Guatemala erst 1998, der für Ruanda erst 1999 gewonnen werden konnten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2001

Friedrich-Christian Schroeder erläutert, dass hier anhand von 23 Länderberichten der Umgang in verschiedenen Staaten mit der Aufarbeitung von Systemunrecht erläutert wird. Darunter sind nicht nur ehemals kommunistische Länder, wie der Leser erfährt, sondern auch zahlreiche andere. Die Berichte bezeichnet Schroeder durchweg als "ausführlich" und erklärt, dass vor allem die Frage untersucht wird, ob die Regierungen das "Strafverfolgungsmodell" oder ein "Schlussstrichmodell" anstreben, wobei hinsichtlich der verschiedenen Modelle noch einmal stark differenziert werde. In einigen dieser Beiträge hat der Rezensent "bei aller Kürze wertvolles, teilweise aufregendes Material" entdeckt, weshalb er auf zahlreiche Aspekte im Einzelnen eingeht. Ein wenig bedauerlich scheint er jedoch zu finden, dass "die Frage nach den Motiven und Ursachen für die unterschiedliche Reaktion auf Systemunrecht" nur sehr knapp behandelt werden konnte.
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