Das globale digitale Ökosystem wird von einigen wenigen Technologieunternehmen kontrolliert. Es baut auf Abhängigkeiten auf, die während der klassischen Kolonialzeit entstanden sind. Heute muss der Kolonisator nicht mehr physisch in einem kolonisierten Land anwesend sein, um das kolonisierte Volk mit der Peitsche zu schlagen: Die globale digitale Architektur gibt den Kolonialherren subtilere Werkzeuge der Ausbeutung an die Hand.Satyajeet Malik zeigt in seinem Buch strukturelle und systemische Entwicklungen einer globalen Architektur, deren Ziel es ist, die Souveränität zu untergraben und die Ausbeutung der Länder des Globalen Südens zu intensivieren. Auch wenn sich die Form und die Strategie der kolonialen Ausbeutung geändert haben, bleibt ihr Hauptziel dasselbe: die Gewinnung von Reichtum und Ressourcen auf Kosten anderer.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.07.2026
Rezensentin Vera Linß sucht mit dem Staatswissenschaftler Satyajeet Malik nach Wegen aus der "kolonialen Misere". Letztere erläutert der Autor laut Linß, indem er auf die schon immer wirksame Verbindung von Kapitalismus und Kolonialismus hinweist und die strukturelle Benachteiligung der Menschen in kolonialisierten Ländern herausarbeitet. Maliks historischen Vergleich zwischen dem frühen britischen Empire, der Weltwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg und dem digitalen Kolonialismus der Click-Worker von heute findet Linß aufschlussreich und spannend seinen unkonventionellen wie nüchternen Blick auf polit-ökonomische Zusammenhänge.
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