Rombilder im deutschsprachigen Protestantismus

Begegnungen mit der Stadt im 'langen 19. Jahrhundert'
Cover: Rombilder im deutschsprachigen Protestantismus
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2012
ISBN 9783161508615
Gebunden, 250 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Martin Wallraff, Michael Matheus und Jörg Lauster. "Rombilder" sind beides: gemalte oder erinnerte Bilder einer Stadt und zugleich vielschichtige Sprachbilder und Metaphern. Dieser Band bewegt sich genau an der Schnittstelle, an der sich aus der konkreten Begegnung mit der Stadt Rom ein verarbeitetes Rombild in der Theologie, im Geistesleben und im Kunstschaffen des Protestantismus entwickelt. Der Untersuchungszeitraum beginnt im späten 18. Jahrhundert, weil zu dieser Zeit die konkrete Begegnung mit Rom neu an Bedeutung gewinnt, und endet mit den Jahren um den Ersten Weltkrieg, der eine tiefe Zäsur darstellt. Die entstehenden kulturellen Interaktionen werden in unterschiedlichen Feldern und von unterschiedlichen Fachleuten untersucht, vor allem in den Bereichen Kunst, Literatur, Wissenschaft und Theologie. Mit Beiträgen von:Markus Buntfuß, Arnold Esch, Fulvio Ferrario, Jürgen Krüger, Gerhard Lauer, Jörg Lauster, Christoph Markschies, Golo Maurer, Ulrich Muhlack, Stefan Rebenich, Jan Rohls, Gury Schneider-Ludorff, Michael Thimann, Christof Thoenes, Martin Wallraff, Gunnar Wiegand

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2012

Auch Protestanten pilgern nach Rom. In diesem Sammelband kann Johann Hinrich Claussen nachlesen, wie Winckelmann und Goethe die Stadt auch für deutsche Protestanten attraktiv machten, denen sie bis dahin als papistisch oder ruchloses Babylon galt. Das neue emphatische Rombild prägten auch die großen Theologen und Historiker des 19. Jahrhunderts, für Ranke und Mommsen wurde Rom zum Angelpunkt der historiografischen Moderne, hier konnten sie aus ungeahnten Quellen schöpfen für die kritische Geschichtswissenschaft, erklärt Claussen, der allerdings sehr bedauert, dass sie der Rom-Sehnsucht solchen Vorschub leisteten, denn sie endete im Massentourismus. Besonders lobend hebt der Rezensent neben Gehalt und Lesbarkeit der Beiträge hervor, dass sie nicht wahllos zusammengestoppelt sind, sondern sich alle inhaltlich aufeinander beziehen.