Roger Callois

Dissymmetrie

Cover: Dissymmetrie
Brinkmann und Bose Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783940048141
Kartoniert, 144 Seiten, 26 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Peter geble. Roger Caillois spürt "abenteuerlichen Kohärenzen" nach im Rahmen einer "diagonalen" Wissenschaft, welche die getrennten Disziplinen der Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und der ästhetischen Theorie verbindet. Den Begriffen Symmetrie und Asymmetrie fügt Caillois die Dissymmetrie hinzu, die ein System des Übergangs ermöglicht, das Entwicklungssprünge erlaubt. Ihr kommt eine fundamentale Bedeutung zu, die im Kontext der Evolutionstheorie diskutiert wird. "In jeder etablierten Symmetrie kann ein nicht akzidenteller Bruch auftreten, der dazu neigt, das gebildete Gleichgewicht zu komplizieren. Ein solcher Bruch ist eine Dissymmetrie."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2015

In seinem schmalen, nun erstmals auf Deutsch erschienenen Essay begebe sich der 1978 verstorbene französische Philosoph und Soziologe Roger Caillois auf die Suche nach dem Formgesetz des Universums, konstatiert Helmut Mayer. Mit seinen "diagonalen Wissenschaften", so der Rezensent, habe Caillois nach Strukturen in der Natur geforscht, die sich in ihren Formprinzipien gleichen. Zugleich lautet dessen zentrale These Mayer zufolge: "Je aufwendiger die Lebensformen, desto deutlicher die Abweichungen von Symmetrien." Den deutschen Titel "Dissymmetrie" findet Mayer strenger (und dadurch offenbar auch passender) als den französischen, verzichtet er doch im Gegensatz zum Original auf den bestimmten Artikel. Hier zeige sich der Versuch von Caillos, von der Spekulation zu gesicherten Erkenntnissen zu gelangen.
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