Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland

Eine Bilanz
Leske und Budrich Verlag, Opladen 2001
ISBN 9783810031150
Kartoniert, 360 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Wilfried Schubarth und Richard Stöss. Unsere Gesellschaft sieht sich zunehmend mit Erscheinungen von Rechtsextremismus und fremdenfeindlicher Gewalt konfrontiert. Fundierte Problemanalysen und wirksame gesellschaftliche Gegenstrategien sind mehr denn je gefragt. Dazu trägt der Sammelband bei, indem er die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse zum Thema "Rechtsextremismus und mögliche Gegenstrategien" konzentriert und übersichtlich präsentiert. Das Thema wird in seinen wesentlichen Facetten - Phänomene, Entwicklungslinien, Erklärungsansätze, Umgang mit Rechtsextremismus in Politik und Gesellschaft usw. - aus interdisziplinärer Perspektive dargestellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.08.2001

Was das ist, Rechtsextremismus, was Linksextremismus, hat Steffen Kailitz in diesem Sammelband präzise erklärt bekommen. Dass er zwischen einer solchen von Jürgen Winkler gebotenen Einsicht und sorgfältigen Analysen, wie der von Armin Pfahl- Traughbers über die vermeintliche Gefahr einer Etablierung einer starken rechtsextremistischen Partei in deutschen Parlamenten, auch auf weniger Überraschendes stößt (auf die Ergebnisse einer Studie zur politischen Gewaltbereitschaft z.B.) ist seiner Ansicht nach weniger schlimm als "der große Mangel des Werks": das Fehlen von Vergleichen zwischen rechts- und linksextremistischen Phänomenen sowie zwischen Rechtsextremismus (und dessen Bekämpfung) in Deutschland und anderswo. "Die deutsche Rechtsextremismusforschung", befindet Kailitz, "schmort allzu sehr in ihrem eigenen Saft."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2001

Nach Alexander Gallus leistet es dieser Sammelband immerhin, einen thematisch geordneten Überblick zur Rechtsextremismus-Debatte zu geben. Das sei aber zugleich auch seine Schwäche, denn zu beliebig scheinen dem Rezensenten die Diagnosen und zu wahllos bzw. widersprüchlich auch die Definitionen. Mit anderen Worten: Es fehlt eine straffe Linie, die von den Herausgebern vorgegeben wäre. Anders ist es kaum zu erklären, dass für einen Autor, wie Gallus berichtet, Extremismus als Sammelbezeichnung für rechte wie linke Bewegungen herhält, während andere wiederum nur im rechten Spektrum antidemokratische Tendenzen ausmachen können. Gallus beruft sich auf Jürgen R. Winkler, der in seinem Beitrag der Rechtsextremismus-Forschung "kein besonders gutes Zeugnis" ausstellt. Es fehle an gehaltvollen Theorien, empirischen Untersuchungen und einer eindeutigen wissenschaftlichen Sprache. Das Buch konstatiert diesen Sachverhalt, so Gallus, und setzt diese Tradition fort.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.05.2001

Das Buch ist kein populärwissenschaftlicher Schmöker, warnt der Rezensent und hält den Wissenschaftsjargon, die Schaubilder und Statistiken und die "trockene Sprache" eher für abschreckend. Ausdrücklich empfehlen will "ck" den Band dagegen all denjenigen, die "möglichst viel und konzentriert auf hohem Niveau über das dramatische Erstarken der rechten Szene" lernen wollen. Ihnen dürfte der Überblick über den "Forschungsstand aus interdisziplinärer Sicht", über Jugend und rechte Gewalt, über Antisemitismus und die Ursachen für die "neue Salonfähigkeit" der Rechten die Einsicht verschaffen, "dass der Rechtsextremismus nach wie vor als 'normale Pathologie freiheitlicher Industriegesellschaften'" virulent ist.
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