Raphael Cardoso

Sechzehn Frauen

Geschichten aus Rio
Cover: Sechzehn Frauen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783100108500
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Portugiesischen von Peter Kultzen. Renata, Helena, Cíntia, Graziela, Rosana Sie haben Träume, Affären, die eine oder andere kleine Meise, und alle wohnen sie in Rio. Sechzehn Frauen zwischen 6 und 93 Jahren feiern in diesem bunten Panorama den Zauber ihrer Stadt: Jede von ihnen lässt Rafael Cardoso mit ganz eigener Stimme von ihrem Viertel erzählen von der Copacabana über Ipanema über das Zentrum zu den Vororten und wieder zurück. Während Helena mit einem Dealer durchbrennt, jubelt Renata ihrem untreuen Mann ein Baby unter, während Jamilly als Drogenkurierin anheuert, stürzt Bel in eine tiefe Krise, als sie das erste graue Haar an sich entdeckt. Und fast alle Frauen kennen einen gewissen Rafael... Eine opulente Hommage an Rio, das erst seine Frauen zu dem machen, was es ist: eine der aufregendsten Metropolen der Welt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2013

Cejana Di Guimarães findet auch, dass Rio eine ungeheuer weibliche Stadt sei. Allerdings hat sie ihre Zweifel, ob Rafael Cardosos Ansinnen funktioniert, das Gesicht einer Stadt mittels der Beobachtung seiner Bewohner zu zeichnen. Die Frauen, die der Autor zu diesem Zweck in den Blick nimmt, sind so unterschiedlich und haben miteinander auch nichts gemein, sodass die Rezensentin sie eigentlich nur für Projektionsflächen des Autors hält. Die von ihm zwecks Authentifizierung verwendeten Mittel des Inneren Monologs oder der direkten Rede haben laut Di Guimarães jedenfalls nicht die gewünschte Wirkung. Im Gegenteil, die schiere Menge an Information und Lokalkolorit machen die Texte für die Rezensentin unglaubwürdig. Am besten gefällt ihr der Autor, wenn er einfach seinen Figuren vertraut und seiner präzisen Sprache.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2013

Die Rezensentin Michaela Metz ist sich nicht ganz sicher, ob Rafael Cardoso mit seinen Erzählungen in "Sechzehn Frauen" wirklich das Wesen Rio de Janeiros erfasst hat, wie er einmal selbstbewusst das Ziel dieses Buches formulierte, oder ob er einfach eine Studie über sechzehn mehr oder minder neurotische Frauen geschrieben hat, wie es sie wohl überall auf der Welt gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass es nahezu unmöglich sei, den Slang Rios in seiner eigenwilligen Ungezwungenheit ins Deutsche zu übertragen. Da bleibt eine Menge Charme auf der Strecke, bedauert Metz. Doch hin und wieder blitzt durch, was die Metropole ausmacht, meint sie, und dann ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sonder auch erhellend.
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