Klappentext

Ende der siebziger Jahre zeigte sich Albert Hofmann schwer enttäuscht vom Schicksal der von ihm entdeckten "Wunderdroge": "LSD - mein Sorgenkind" lautete der Titel des damals erschienenen Erinnerungsbuchs. Hatte man die Substanz noch in den sechziger Jahren als Königsweg zur Erkundung der Psyche gefeiert, folgte bald der Rückschlag: Halluzinogene wurden flächendeckend verboten, ein Effekt des "War on Drugs". Heute scheint das Tabu zu bröckeln: Weltweit wird über die Legalisierung von Marihuana diskutiert; junge Menschen pilgern an den Amazonas, um sich mit Ayahuasca auf Jenseitsreise zu begeben; Mediziner erforschen das therapeutische Potenzial von MDMA oder der Pilzdroge Psilocybin; selbst im Mainstream-Kino wird an den Pforten der Wahrnehmung gerüttelt. Die Autoren beleuchten die Renaissance des Psychedelischen aus unterschiedlichen Perspektiven, sprechen mit Hirnforschern, Usern und Juristen. Sie befassen sich mit dem Menschheitsthema Rausch und erklären, warum ihm kein Verbot einen Riegel vorschieben wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2015

Oliver Pfohlmann lernt aus dem Band von Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter, wie wichtig ein angenehmes Setting, also die psychische Verfassung und die Umgebung desjenigen ist, der Halluzinogene zu sich nimmt. Die beiden Autoren befragen User und Wissenschaftler wie den Suchtmediziner Gabor Maté nach den therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten von LSD u.a. und ihren Erfahrungen damit, erläutert Pfohlmann. Ernüchternd scheint ihm die Feststellung der Autoren, dass Psychedelika-Konsum heute keinen politisch-revolutionären Anspruch mehr hat, sondern dem Trend zum Neuro-Enhancement entsprechend für Flexibilität, Neugier und Wagemut stehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2015

Nicht berauscht, aber doch interessiert hat Rezensent Helmut Mayer in Paul-Philipp Hanskes und Benedikt Sarreiters Buch "Neues von der anderen Seite" das Psychedelische wiederentdeckt. Der Kritiker liest in diesem sorgfältig recherchierten, materialreichen und unterhaltsam erzählten Buch, wie halluzinogene Drogen vor der Kriminalisierung ihres Gebrauchs in den sechziger Jahren zu Forschungszwecken eingesetzt wurden, seit den neunziger Jahren erneut in der neurowissenschaftlichen Forschung verwendet werden und welche gesellschaftlichen Trends sie erlebten. Zwar hätte sich Mayer Anmerkungen und ein Register gewünscht, dennoch hat er dieses zu neuen sachlichen Diskussionen einladende Buch mit Gewinn gelesen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.08.2015

Julian Weber lobt die Informationsfülle in diesem laut Rezensent stilistisch zwischen Kulturgeschichte, populärwissenschaftlicher Darstellung und aufklärerischem Kompendium changierenden Buch von Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter. Als Verteidigung des bewusstseinserweiternden Rausches liest sich der Band für Weber, der anmerkt, dass die Autoren in ihrem Plädoyer keineswegs die Gefahren von LSD und Co. ausklammern. Dass im Buch Ethnologen, Botaniker, Biochemiker und sogar US-Army Veteranen zu Wort kommen, macht den Text für Weber zu einem ernsthaften Ansatz, die Debatte um psychedelische Drogen zu versachlichen und Vorurteile abzubauen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 25.07.2015

In ihrer Studie über "Die Wiederentdeckung des Psychedelischen" beweisen Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter, "wie prima die olle Aufklärung funktioniert", stellt Peter Praschl begeistert fest. Die Konjunktion halluzinogener Drogen hat nämlich gute Gründe, wie der Rezensent erfährt: therapeutische, etwa bei Trauma- und Schmerzpatienten, aber auch als Freizeitvergnügen, als Inspirationsquelle und als kontrollierter und zeitlich begrenzter Ausbruch aus dem Alltag, fasst der Rezensent zusammen. Man muss heutzutage weder Junkie noch Hippie sein, um ab und zu einen Trip zu schmeißen, erfährt Praschl und sieht weit und breit "keine vernünftigen Argumente", warum das in einer aufgeklärten Gesellschaft nicht erlaubt sein sollte.