Otto Brenner

Eine Biografie
Cover: Otto Brenner
Steidl Verlag, Göttingen 2007
ISBN 9783865216519
Gebunden, 967 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Drei Bände. Vorwort von Jürgen Peters. Herausgegeben von Jens Becker, Harald Jentsch und Peter Wald. Zum 100. Geburtstag Otto Brenners ist diese dreibändige Würdigung seines Lebens und Schaffens erschienen. Erstmals analysiert eine umfassende politische Biografie den Lebensweg des "Eisernen Otto". Jens Becker und Harald Jentsch legen dar, wie es Brenner und der IG Metall unter teilweise heftigen Anfeindungen aus Politik und Wirtschaft gelang, Tarif- und Organisationsgeschichte zu schreiben. Der Auswahlband von Reden macht deutlich, daß Otto Brenner sein Amt als umfassendes gesellschaftspolitisches Mandat sah. Neben seinem Einsatz für klassische Arbeitnehmerinteressen bezog er Stellung zur Atombewaffnung und dem "Bildungsnotstand", zu Mitbestimmung, Rationalisierung, Fragen des Sozialstaats und vielen Themen der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Über Brenners frühe Jahre geben seine Briefe Auskunft. Die von Peter Wald zusammengestellten und kommentierten Briefpassagen veranschaulichen die schwierigen Lebensumstände in der Zeit des Dritten Reichs und die Leiden der Bevölkerung im Bombenkrieg. Brenners Briefe sind zudem ein wichtiges Zeugnis vom Neubeginn in Westdeutschland nach der Befreiung 1945.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2008

Rasend viel berichtet Günther Schulz nicht, was die Machart des von der Otto-Brenner-Stiftung publizierten Bandes angeht. Biografie und Redenauswahl und Briefband in einem, eröffnet ihm das Buch einen Blick auf die Kräfte hinter der wirtschaftlichen, sozialen und politischen bundesrepublikanischen Nachkriegsordnung, indem es die Gewerkschaftskarriere Otto Brenners nachzeichnet. Als einen von den drei Herausgebern gesetzten Schwerpunkt erkennt Schulz Brenners Verhalten gegenüber den 1968 beschlossenen Notstandsgesetzen und der bundesrepublikanischen Wirtschaftsordnung. In der Darstellung der Autoren und in seinen Reden erscheint ihm Brenner als Verfechter einer umfassenden Wirtschaftsdemokratie, als mächtiger Lobbyist und engagierter Sozialist, der "Tarifgeschichte" schrieb.