Neue Judenfeindschaft?

Perspektiven für den pädagogischen Umgang mit globalisiertem Antisemitismus
Cover: Neue Judenfeindschaft?
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783593381831
Kartoniert, 668 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben vom Fritz-Bauer-Institut. Viele Jahre wurde Antisemitismus als eine historische Erscheinung behandelt, die mit der "Bewältigung der NS-Vergangenheit" überwunden zu sein schien. Heute bilden Auseinandersetzungen um Globalisierung und Kontroversen zum Nahostkonflikt den Hintergrund antisemitischer Äußerungen. Dabei werden althergebrachte antisemitische Muster aufgegriffen und mit neuen Varianten ausgestattet. Das Jahrbuch analysiert die aktuellen Formen des Antisemitismus und schildert Erfahrungen aus pädagogischen Projekten. Mit Beiträgen von D. Akhanli, W. Bergmann, J. Bürgin, G. Chernyak, A. Demirel, S. Diederich, M. Eckmann, R. Fava, B. Fechler, T. vonFranzecki, E. Gryglewski, S. Harms, C. Kaletsch, G. Kößler, U. Kux, A. Messerschmidt, H. Oppenhäuser, M. Perels, H. Radvan, I. Rosensaft, B. Schäuble, A. Scherr, N. Tietze und N. Wagenknecht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.01.2007

Nach Meinung des Rezensenten Thomas Kreuder ist dieser Sammelband durchweg "empfehlenswert". Er bedauert nur ein wenig, dass dieses an ein Fachpublikum gerichtete Buch nicht genug Menschen erreichen wird. Kreuder lobt, dass die Entwicklungsstränge des neuen Antisemitismus anschaulich geschildert werden: der deutsche Antisemitismus und der von Einwanderern passen "deshalb so gut zueinander, weil die verwendeten Stereotypen des Antisemitismus seit langem fest etabliert sind". Der importierte Antisemitismus könne leicht an bestehende Schemata andocken. In den Augen des Rezensenten besonders schockierend ist, dass nach dem hier dargestellten Forschungsstand die Aufbereitung des Themas an deutschen Schulen kontraproduktiv wirkt. Die dargestellte Komplexität des jüdischen Lebens gerinnt mit etwas historischer Distanz zum Klischee.
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