Napoleons Gesetzbuch - Code Napoleon

Französisch-deutsch. Mit CD
Cover: Napoleons Gesetzbuch - Code Napoleon
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783878775737
Gebunden, 1107 Seiten, 128,00 EUR

Klappentext

"Einzig officielle Ausgabe für das Königreich Westphalen" - "Edition seule officielle pour le Royaume de Westphalie". Faksimile-Nachdruck der Straßburger Ausgabe von 1808. Mit einem Essay von Barbara Dölemeyer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2002

Kleist-Verleger Wolff ist von Kleist auf Napoleon gekommen. Der deutsche Autor nämlich wollte das Gesetzbuch des Franzosen verlegen, in der Hoffnung auf gute Einnahmen. Daraus wurde nichts, aber Wolff hat es, fast 200 Jahre später, geschafft, mit finanzieller Hilfe der Deutschen Bank. Die Ausgabe im Faksimile ist, so Michael Jeismann, "prächtig" und vollständig, umfasst alle 2300 Artikel des Code Napoléon, der bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs in Teilen Deutschlands, heute noch in seinen Grundzügen in Frankreich gültig war und ist. Als größte Leistung und Neuerung des Gesetzbuchs streicht Jeismann die Beseitigung der Bindung von Eigentumsrechten an den Stand heraus, familienpolitisch sei das Werk, mit Bedacht, eher konservativ ausgefallen. Besonderes Lob gilt dem Nachwort von Barbara Dölemeyer und dessen "klar-elegantem Stil".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.07.2002

Anlässlich seiner Neuausgabe unternimmt Rezensent Rudolf Walther eine kritische Würdigung des Code Napoléon, der jetzt in einem "prächtigen" Faksimile-Nachdruck der zweisprachige Ausgabe von 1808 vorliegt. Das große Verdienst des "Code Napoléon", dem französischen Zivilgesetzbuch, das am 21. 3. 1804 als "Code civil" in Kraft trat, erblickt Walther darin, dass das Gesetzbuch die revolutionären Errungenschaften von 1789 - die Freiheit der Person, deren Gleichheit vor dem Gesetz, die Freiheit des Eigentums sowie die Vertrags- und Berufsfreiheit - ins Privatrecht transportierte. Walther hebt hervor, dass der "Code civil" geradezu ein Musterbeispiel von Klarheit darstellt: Im Unterschied etwa zum "Allgemeinen Landrecht für die preußischen Staaten" (1794), das mit seinen fast 20.000 Artikeln zum "unförmigsten Monstrum in der europäischen Gesetzgebungsgeschichte" wurde, umfasst der "Code civil" "dank seiner handwerklich-juristischen wie sprachlichen Eleganz" lediglich 2.281 Artikel, berichtet Walther. Auch wenn der "Code civil" nicht alle alten Ungleichheiten, etwa die zwischen Mann und Frau, beseitigte, wie Walther kritisch festhält, bewahrte er doch den Kern der Revolution von 1789 - die Befreiung der Person von geburts- und berufsständischen Bindungen und Ungleichheiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.03.2002

Auf die Frage, was von ihm bleiben werde, nannte Napoleon der Anekdote nach einst als Antwort: der "Code Civil", also die Kodifikation des durch die Revolution umgewälzten Rechts. Er hat recht gehabt, meint Rezensentin Erika Deiss: Kein anderes Rechtswerk der Moderne hat sich als so einflussreich erwiesen, und zwar bis in die heutige Zeit - der Code Civil gilt in Frankreich, Belgien und Luxemburg (natürlich mit vielen Änderungen) bis heute; der Einfluss - vor allem auch auf das BGB - war immens. Vorgeworfen wird ihm heute, wie die Rezensentin dieser Faksimile-Ausgabe referiert, dass er "beinahe ausnahmslos zum Vorteil der Canaille" Recht setzt. Das sei, "tendenziell", so Geiss, nicht falsch, zutreffender findet sie aber, was einst Heine schon zu Gunsten des Code Civil verkündete: dass die Verfasser alle menschlichen "Leidenschaften in ihrer Nacktheit" gekannt hätten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.02.2002

Sehr positiv hat Jens Bisky diesen Nachdruck des Code Napoleon aufgenommen, dessen deutsche Übersetzung von 1808 der Stroemfeld Verlag nun im Faksimile herausgegeben und um ein "instruktives" Nachwort ergänzt hat, wie Bisky lobt: "Man kann ihn als historisches Dokument für den bis heute wichtigsten Fortschritt in der Gesetzgebung lesen. Man kann die schöne Ausgabe aber auch zur Hand nehmen, und in den Artikeln schmökern." Dankbar liest man vor allem Biskys Rezension, die Geschichte, Bedeutung und Rezeption dieses Gesetzeswerks fachkundig und anschaulich erläutert. Man lernt richtig was. Dafür fährt er Balzac und Stendhal, Hegel und Engels als Kronzeugen für die Bedeutung dieses ersten Gesetzbuches der Bourgeoisie auf und zitiert natürlich die bemerkenswertesten Artikel. Etwa: "Der Mann ist seiner Frau Schutz, die Frau ihrem Mann Gehorsam schuldig" (Artikel 213)
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2002

Wer schafft sich schon ein veraltetes Gesetzbuch an? Wer käme auf die Idee, dieses gar wegen seines guten Stils zu lesen? Markus Hofmann führt in einem höchst lesenwerten Artikel in die Ideenwelt des "Code Civil" oder auch des nach seinem Urheber so genannten "Code Napoleon" ein, der für seine schlichte, präzise Sprache und seine Verständlichkeit berühmt war und einen großen Anteil zur Rechtsvereinheitlichung in Europa geleistet hat. Seinen Ursprung hat der Code Civil in der Französischen Revolution, und in der Tat verdankt sich, so Hofmann, der reduktionistische Stil den Dritten Ständen der französischen Republik, die auf einer größtmöglichen Verbreitung und Zugänglichkeit des Gesetzestextes beharrten. Doch man solle sich von der Sprache des Code nicht blenden lassen, meint Hofmann. Er berichtet von der jüngeren Geschichtsforschung, die das Bild dieser liberalen Gesetzestexte in ein neues Licht rückt: repressiver und weniger freiheitlich, als man meinen könnte. Im Mittelpunkt des "CC" steht der Mensch als Eigentümer, schreibt Hofmann, nicht die Demokratie auf allen Ebenen war das Ziel, sondern der Reichtum der Bürger.
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