Michael Stauffer

I promise, when the sun comes up, I promise I'll be true

So singt Tom Waits. Ich will auch Sänger werden
Cover: I promise, when the sun comes up, I promise I'll be true
Urs Engeler Editor, Basel 2001
ISBN 9783905591170
Broschiert, 96 Seiten, 14,83 EUR

Klappentext

Wer spricht? Wer sagt in "I promise..." "I" bzw. "Ich"? Ein Mensch wie Du und ich? Mit Fehlern, aber auch liebenswerten Eigenschaften? Oder ein Arschloch, das sich zu beherrschen sucht? Vielleicht Michael Stauffer selbst? Oder etwa doch Michel Houellebecq (für den Stauffer lange Jahre als Ghostwriter Bücher, auch Gedichte und Filmscripts, geschrieben und sogar auf Photos als dieser selbst posiert hat), der hier doch endlich einmal wirklich ein echt schlechtes Buch geschrieben haben möchte (verlegt habe dann schließlich doch ich es)? Wir wissen es nicht. Schwäne töten - das ist die eine Seite dieses Buches - und es hat noch mindestens 80 mehr mit sicher 30 Geschichten und zahlreichen Büroangestellten, Ehemännern, Verkäuferinnen, Nachbarn sowie etlichen Hunden, Katzen, Bären, Sofas und Autos.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2001

Reto Sorg lobt dieses "ebenso bescheidene wie spektakuläre" Buch in den höchsten Tönen. Es geht hier, wie der Leser erfährt, vor allem darum, dass das Dasein eines Dichters eben mit dichterischen Mitteln beleuchtet wird, und das "voller Skurrilität und Lakonie". Sorg betont dabei allerdings ausdrücklich, dass es hier nicht nur um Albernheiten geht - im Gegenteil: Er bescheinigt Stauffer großen Ernst bei seinem Anliegen und vermutet sogar, "tief in seinem Inneren" sei er ein Moralist. Die Geschichten handeln zunächst von banalen Alltagsituationen, erzählt Sorg. Also vom Einkaufen, Wohnen etc., doch auch die klassischen Themen wie Liebe, Erinnerung, Reflexion u. a. spielen eine Rolle. Die Art jedoch, wie Stauffer seinen Protagonisten durch diese Welt schickt, erinnert den Rezensenten bisweilen an "dadaistisch inspirierte Expressionisten" oder "Anti-Romanexperimente". Ein Buch, das nach Sorg nicht nur stilistisch gelungen, sondern auch überaus unterhaltsam zu sein scheint.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.04.2001

Dieses Buch hat Jochen Schmidt vor allem dazu veranlasst, über Schweizer Schriftsteller und ihre Besonderheiten nachzudenken: Etwa darüber, wieso sie so viel schreiben (weil die Berge so hoch sind und deshalb Briefe geschrieben werden müssen, vermutet er). Oder auch: ob Stauffer so verrückt schreibt, WEIL er Schweizer ist... Schmidt kommt dabei zu keinem eindeutigen Ergebnis, doch eines steht fest: Ihm gefällt das Buch, das keinen "Handlungsfaden braucht", sondern dadurch entschädigt, dass der Autor einen "brillanten Satz" an den nächsten reiht. Da dies nicht leicht zu beschreiben ist, hat der Rezensent eine ganze Reihe von entsprechenden Beispielen in seine Besprechung aufgenommen, ansonsten scheint ihn die Themenvielfalt des Buchs zu begeistern: Ob kurzsichtige Omas im Supermarkt, das Erkennen von Fußpilzarten am Geruch oder Geschirr-Rückgabe-Systeme - für Schmidt war thematisch offenbar allerhand dabei, was sein Herz erwärmen konnte.
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