Michael Ruetz

WindAuge

Achtundachtzig Augenblicke. Photographien 1966-1999
Steidl Verlag, Göttingen 2001
ISBN 9783882437775
Gebunden, 120 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Mit 40 Farbfotografien und 48 Duotontafeln und mit einem Essay von Klaus Honnef. Achtundachtzigmal ein Fenster ... nicht Mauerloch und Haus-Detail. Unendlich vieles ist auf seine Weise Fenster. Das Fenster als Objekt ist nur Denkanlaß einer Sammlung von Bild-Synonymen. Ihr Thema ist die Konstellation des Augenblicks, die Situation Am Fenster. Wir blicken fort und bleiben hier. Darum geht es in den Bildern. Für sie und das Konzept ein neues Wort: WindAuge ? ein Kunstwort, von window ins Deutsche repatriiert. Es steht für alles, was das Fenster außer einer Öffnung in der Wand überdies noch sein kann. In window stecken die Wörter für Wind und Auge: wind und ow. Fenster trennen und verbinden. Kein Leben ohne Sehen, kein Leben ohne Fenster. WindAuge ist Sinnbild für den Menschen hier und dort, jetzt und einst. Michael Ruetz' Fotografien machen mit Blick auf die Substanz das Ganz Andere manifest.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001

Paradox - für Hansjörg Graf ist dieser neue Band der "Bibliothek der Augen" sowohl "Enzyklopädie des Alltags", Atlas unserer "ebenso schönen wie schrecklichen Welt", als auch Traumbilderbuch, insofern die Logik eines Traums "in diesen Aufnahmen das Sagen hat". Michael Ruetz, schreibt Graf, diene zugleich der Kunst und der Wissenschaft, verbinde Neugier, Bildung und die Fantasie eines Grenzgängers, "der nie aufhört, das wirkliche Leben auch als Schauspiel zu betrachten". Und dann scheint der Fotograf auch noch ein echter Illuminat mit dem Federkiel zu sein. Was schon die Bilder leisten, so der Rezensent, vollende Ruetz in einem Essay: "Sondierungen sowohl in die Tiefe, also zu den Wurzeln der Wörter, als auch nach oben in die Welt des ganz Anderen."
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