Michael Lentz

muttersterben

Lesung und Hörstück
Cover: muttersterben
DHV - Der Hörverlag, München 2002
ISBN 9783895847172
CD, 17,90 EUR

Klappentext

Zwei Audio-CDs. Gelesen vom Autor. Live-Mitschnitt. Laufzeit: 98 Minuten. Audio Books. Mit genauem, sezierendem Blick verfolgt der Sohn das Versterben der Mutter. Die Analyse eines Verlustes, das Protokoll des Verschwindens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.05.2002

"Hier ist ein Sprachspieler am Werk", schreibt Lothar Müller über Michael Lentz und sieht keinen Widerspruch darin, dass kombinatorische Wortschöpfungen und Allerweltsfloskeln sich in seiner Sprache die Hand geben. Wenig angetan von der "eher matten Parodie" Lentz' weltgeschichtlicher Darstellungen, erklärt Müller den Text "muttersterben" für das "Zentrum seiner Prosa", da er hier, in der Todesthematik, "zu sich selbst" findet "und zu der Sprache, die er sucht". Scheinbar - aber nur scheinbar! - unbeeindruckt vom Tod, bricht Lentz mit den barocken Sprachtopoi, die sich im Todesdiskurs, in der "Rhetorik der Begräbnisredner und Bestattungsunternehmer" und im "christlichen Memento mori" gehalten haben, und in denen Lentz ein "heimliches Einverständnis mit dem Tod" wittert - ein Einverständnis, gegen das er "sprachspielerisch angeht", so der Rezensent. Der Witz, ewiger Widersacher des Todes, dient Lentz in diesem Feldzug als Waffe, meint Müller. Sprachskepsis und Religionsskepsis greifen ineinander und die Bibelzitate der barocken Totenklagen weichen der modernen Legende des Türhüters, wie sie in den Werken von Musil, Joyce oder Kafka zu finden ist.
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