McKenzie Wark

Das Hacker Manifest

A Hacker Manifesto
Cover: Das Hacker Manifest
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406528750
Gebunden, 240 Seiten, 4,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Dietmar Zimmer. Das Hacker-Manifest formuliert prägnant und provokativ das politische Selbstverständnis des Hackens. Es ist die intellektuelle Landkarte der vielleicht am meisten unterschätzten politischen Bewegung unserer Zeit. Mit dem globalen Triumphzug des Internets wird die Auseinandersetzung zwischen denen, die Information zu kontrollieren suchen, und jenen, die sich für den freien Informationsaustausch einsetzen, besonders heftig ausgetragen. Hacker genießen gemeinhin einen zweifelhaften Ruf, aber abgesehen von einer Minderheit unter ihnen, die rein kriminelle Ziele verfolgt, sind sie es, die die Grundidee der für alle frei zugänglichen Information gegenüber anders gelagerten Interessen zu bewahren suchen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.09.2005

Unter Hackern verstehe McKenzie Wark alle kreativen Menschen, Künstler genauso wie Wissenschaftler oder Computerfüchse, erläutert Rezensent Matthias Penzel. Und ein Manifest habe er insofern geschrieben, als Wark jene Kreativen dazu auffordere, sich gegen Ausbeutung durch Konzerne zu wehren und zu verbünden, so wie das im letzten Jahrhundert Fabrikarbeiter gemacht haben. Dort, wo der Autor Diskurse beispielsweise einer Avantgarde-Poetin wie Katy Acker mit "Digital-Theorien" zusammenbringe, sieht Penzel durchaus "anregende Thesen". Insgesamt aber neige Warks Analyse zum digitalen Zeitalter wie das Internet zu viel Redundanz und Endlosschleifen. Zwischen zwei altmodischen Buchdeckeln sei dies schwer zu übersehen, merkt Penzel kritisch an, und überhaupt sei die nichtdigitale Restwirklichkeit komplexer, als "Wark es wahrhaben will". Man könne schließlich nicht die kreative Leistung eines Erfinders im Medizinbereich mit derjenigen eines Unterhaltungskünstlers vergleichen, wenn es um vorenthaltene Gewinnbeteiligungen gehe. Der Rezensent mahnt zur "Differenzierung beim Schutz softer Ware", nicht nur bei McKenzie Wark, sondern auch bei den Gesetzgebern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2005

Wolfgang Krischke findet, dass Autor McKenzie Wark bei der Abfassung seines "Hacker-Manifests" unter seinem Niveau geblieben ist. Im Ganzen sei das alles, trotz einiger schöner Pointen, zu undifferenziert. Blauäugig etwa die Vorstellung einer kreativen Austauschkultur, die im Netz ihren Platz fände. Der Rezensent sieht da eher konsumgeile "Nurkopierer" am Werk. Auch bleibt McKenzie Wark Krischke einfach zu abstrakt. Er macht die Gegenstände seiner Kritik nicht namhaft. Time Warner, Microsoft, Bayer, all jene, die geistiges Eigentum, Codes, Erfindungen und Ideen, kapitalisieren - die von Wark inkriminierte "Vektoralistenklasse", die spätkapitalistischen Ausbeuter -, bleiben unerwähnt, moniert der Rezensent. Und auch das Konzept des "Hackers", des antiausbeuterischen Rebellen. Was, bitteschön, fragt Krischke, hat der hiesige Pharmakologe mit dem Bauern in der Dritten Welt gemein? Am Ende wird Krischke noch einmal scharf und spricht klipp und klar von einer "kryptomarxistisch-postmodernistischen Phrasenmaschine", geeignet vielleicht für das "medienphilosophische Oberseminar".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2005

"Dieses Buch ist eine Wohltat", jubelt Bernd Graff. Mit McKenzie Warks "Hacker Manifest" liege endlich "soetwas wie ein Theorie-Entwurf" für die Informationsgesellschaft vor. Wark deutet die Geschichte als eine Folge von Aneignungen und Ausbeutungen, die sich in ihrer aktuellen Erscheinung im Kampf der freiheitsliebenden und kreativen Hacker gegen die ihre Besitzstände eifersüchtig verteidigenden Monopolisten des geistigen Eigentums zeigt. Graff gefällt besonders der Stil des New Yorker Professors für Cultural Studies, er schwärmt von den "grandios provokanten Argumenten" ebenso wie vom "hemmungslosen Ansatz" des Buches. "Gescheite" Aphorismen werden zwischendurch serviert "wie Konfekt". Schon mit der ersten Fußnote, wo geraten wird, Deleuze am besten von von hinten zu nehmen, hat Warks den Rezensenten auf seiner Seite. "Doch, das hat Schmackes!" Das Einzige, was Graff bei dem "hohen und durchgängig gehaltenen Reflexionsniveau" vermisst, sind Abstiege in die "Niederungen der Konkretion". Dadurch entstehe manchmal nicht mehr als "heiße Luft". Trotzdem, Warks schafft es mit diesem Werk, den Cyberspace in umfassender Weise an den Gegenwartsdiskurs anzubinden.
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