Mark McNay

Frisch

Roman
Cover: Frisch
dtv, München 2008
ISBN 9783423246279
Kartoniert, 258 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Zwei Brüder, Archie und Sean - und Maggie, Seans Frau. Royston, eine durchschnittliche englische Kleinstadt, nicht weit von London. Eine Hühnerverarbeitungsfabrik, in der Sean sein Auskommen hat, durch harte, ehrliche Arbeit. Archie hingegen, der Ältere, ist schon früh auf die schiefe Bahn gedriftet. Sean hasst den Bruder für seine Grobheit, die Unverfrorenheit, mit der der sich nimmt, was er haben will, aber dass Archie sich schon als Kind in der Schule für ihn geprügelt hat, damals, als sie gerade ihre Mutter verloren hatten, das vergisst er ihm nie. Und als er sich von den tausend Pfund, die Archie bei ihm "hinterlegt" hat, siebenhundert "ausleiht", damit die Tochter ins Schullandheim fahren kann und Sean selbst vielleicht beim Pferderennen gewinnt, da ahnt er nicht, dass diese kleine Verfehlung sein Leben für immer verändern wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2008

Mark McNays Roman "Frisch", der im Dunstkreis einer Hühnerschlachtfabrik angesiedelt ist, hat Reinhard Helling doch glatt für einige Tage zum Vegetarier werden lassen, und das, obwohl das Buch keineswegs die "Kampfschrift" gegen die industrielle Fleischverarbeitung ist, die der Rezensent zunächst befürchtete. Der Krimi, dem der Rezensent große Spannung attestiert, schildert neben dem Alltag in besagter Fabrik das Verhältnis zwischen zwei Brüdern, von denen der eine versucht, ein redliches Leben zu führen, während der andere, gerade aus dem Gefängnis entlassen, sein kriminelles Treiben wieder aufnimmt, in das er auch den Bruder zu verwickeln sucht. Insbesondere Rückblenden, die der schottische Autor einschaltet, um den so unterschiedlichen Werdegang dieses Brüderpaars zu beleuchten, entschädigen Helling für die abstoßende und dabei so einförmige Realität in der Hühnerfabrik dieses Debütromans, der bei seinem Erscheinen im Original 2007 gleich zwei britische Literaturpreise bekam, wie der Rezensent wissen lässt. Die Übersetzung aus dem Englischen durch Eike Schönfeld hat ihn dabei nicht zuletzt wegen ihrer gewohnt souveränen Übertragung des Slang vollkommen überzeugt.
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