Marina Abramović

Durch Mauern gehen

Autobiografie
Cover: Durch Mauern gehen
Luchterhand Literaturverlag, München 2016
ISBN 9783630875002
Gebunden, 480 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann. Mit Abbildungen. Die Autobiografie - zum 70. Geburtstag am30. November 2016 Sie hat die Grenzen der Kunst gesprengt: sich gepeitscht, mit einer Glasscherbe ein Pentagramm in den Bauch geritzt, ein Messer in die Finger gerammt. Sie ist 2500 Kilometer auf der Chinesischen Mauer gegangen, zwölf Jahre in einem umgebauten Citroën-Bus durch die Welt gefahren und hat ein Jahr bei den Aborigines in Australien gelebt. Spätestens seit "The Artist is Present" - ihrer berühmten Performance 2010 im New Yorker Museum of Modern Art - gilt Marina Abramović in der ganzen Welt als Kultfigur. Robert Redford schwärmt für sie genauso wie Lady Gaga. Vom "Time Magazine" wurde sie zu den 100 wichtigsten Menschen des Jahres 2014 gewählt. In ihren Memoiren blickt Abramović zurück auf sieben Lebensjahrzehnte als charismatische Künstlerin und Grenzgängerin. Von ihrer strengen Kindheit im kommunistischen Jugoslawien, wo sie bei ihren der politischen Elite nahestehenden Eltern im Schatten Titos aufwuchs - bis hin zu ihren jüngsten Aktionen, bei denen sie die Seele von Millionen von Menschen mit der Kraft ihres Schweigens berührte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2017

Von der "Intensität" und "Konzentration" ihrer Performances kann der hier rezensierende Kunsthistoriker Peter Geimer in Marina Abramovics Autobiografie leider nichts entdecken. Zwar liest der Kritiker hier durchaus eindringliche Schilderungen der Kindheit und Jugend der Künstlerin, die im sozialistischen Belgrad zwischen dem Ehekrieg ihrer Eltern, beide Parteifunktionäre unter Tito, aufwuchs. Was Abramovic allerdings über ihre zwischen "Märtyrertum, Akrobatik und Gruppentherapie" oszillierenden Performances zu sagen hat, hat Geimer meist schon in Interviews gelesen. Pointen vermisst der Rezensent hier ebenso wie "Selbstvergessenheit" und Distanz zum "privaten Ich" - und die Übersetzung, die wie das "Tagebuch eines deutschen Teenagers der späten Siebziger" klingt, macht es für Geimer nicht besser.