Marilynne Robinson

Gilead

Roman
Cover: Gilead
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100024596
Gebunden, 320 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Uda Strätling. Auf seinem Sterbebett schreibt John Ames einen Brief an seinen siebenjährigen Sohn. Dem Kind will er alles erklären: Die Einsicht, mit der man das eigene Leben auf einen Schlag begreift, den Trost, der in einer einzelnen Berührung liegen kann, und den Ort, der sein Ende beschließt: Gilead, die kleine Stadt unter dem unermesslichen Himmel des Westens, leicht wie Staub und so schwer wie die Welt. Seit Generationen lebte seine Familie in Gilead, waren die Männer Pastoren. Der Großvater half schwarzen Sklaven in die Freiheit, der Vater versuchte das Leben der Menschen in der Dürrekatastrophe erträglich zu machen. Sie lebten eng verwoben mit den Menschen und waren getrieben von einer unerbittlichen Sehnsucht nach Versöhnung.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 17.09.2016

Hannes Stein trifft sich mit Marilynne Robinson anlässlich des Erscheinens ihres neuen Romans "Gilead" zum Gespräch in Iowa und vergisst darüber fast, auch ein paar Worte über das Buch zu verlieren. So viel erfahren wir aber doch: Es geht um drei Generationen sogenannter Kongregationalisten - Protestanten, die an die Autonomie von Kirchengemeinden glauben, erklärt der Kritiker. Im Mittelpunkt des Romans steht Ich-Erzähler John Ames, der kurz vor seinem Tod in einem Brief an sein Kind nicht nur an den Großvater, Anhänger John Browns und seinen Vater erinnert, sondern auch an seine erste früh verstorbene Frau und das ebenfalls früh verstorbene Kind. Der Rezensent liest neben theologischen Reflexionen zahlreiche "liebevolle" Beobachtungen, die der Erzähler in "gleichmütigem zweifelnden und warmen" Ton festhält. Obwohl Religion in dem Roman eine große Rolle spielt, kann der Kritiker dieses berührende Buch, das von großen Themen wie Geburt, Krankheit und Tod handelt, auch Nicht-Gläubigen empfehlen.