Der Autor und Musiker Hermann Grab zwischen Prag und New York
Edition Text und Kritik, München 2026
ISBN
9783689301675 Gebunden, 375 Seiten, 39,00
EUR
Klappentext
Das Leben von Hermann Grab (1903-1949), einem der zentralen Vertreter der letzten Generation der deutschsprachigen Literatur Prags, gibt Einblicke in die Prager Moderne, in die europäische Musikgeschichte, die Etablierung der Soziologie als akademische Wissenschaft in der Weimarer Republik und in das Pariser sowie New Yorker Exil. Grab studierte Musiktheorie bei Alexander Zemlinsky und hatte Kontakt zum Kreis um Arnold Schönberg, er war ein Weggefährte von Adorno und Gottfried Salomon.1935 erschien sein erster, viel gelobter Roman "Der Stadtpark". Vier Jahre später war die Rückkehr nach Prag von einer Pariser Konzertreise nicht mehr möglich. Als einer der letzten Gesprächspartner Walter Benjamins berichtete Grab von dessen Flucht durch Frankreich und seinem Tod an der spanischen Grenze, bevor er selbst aus Europa entkam, um das Musikexil Manhattans zu prägen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2026
Rezensent Jeremy Adler feiert das Buch von Malte Spitz über den Soziologen, Kritiker, Musiker und Dichter Hermann Grab als Chance, diesen Exil-Prager wiederzuentdecken. Dass der Autor Grab im Rahmen der Exilforschung als Zeitgenossen Adornos und Benjamins vorstellt, findet Adler so kühn wie nachvollziehbar. Grabs Schaffen in der Kultur seiner Zeit in Prag und im US-Exil zu verorten, erscheint Adler erkenntnisfördernd. Grabs Kritik an Max Weber kommt dabei ebenso in den Blick wie seine Proust-Rezeption und seine musikkritische Zeitungs- und Radioarbeit, freut sich Adler. Die im Band enthaltenen Fotos runden Spitz' Leistung ab, die eine Basis für weitere Forschung bildet, wie Adler findet.
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