Kirsten Vogel

Grenzverlust

Wie ein Psychokult funktioniert
Patmos Verlag, Düsseldorf 1999
ISBN 9783491724198
Taschenbuch, 275 Seiten, 18,82 EUR

Klappentext

Die Autorin beschreibt aus eigener Erfahrung, wie man in die "Fänge" einer modernen Sekte gerät und die Kontrolle über sich selbst verliert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000

Eigentlich hatte die Autorin keine ernsthaften Probleme, weder beruflich noch privat, nur ab und zu schwere Migräneanfälle, - und so gerät sie in die Fänge einer Psychosekte. Für die Rezensentin Bärbel Schwertfeger ist alles, was die Protagonistin zunächst so normal wie möglich erscheinen lässt, von großer Wichtigkeit, denn Opfer von Psychosekten sind immer wieder die, die meinen, so etwas Absurdes würde ihnen nie passieren. Der Bericht von Kirsten Vogel, in dem sie ihre anfängliche Neugier, Faszination und ihren schließlichen Absturz in den totalen Identitätsverlust beschreibt, ist eine Fallstudie, die das "Strickmuster" solcher Sekten deutlich macht: Destabilisierung, Verhaltenskontrolle und Sprachregelungen lassen den "Meister" völlige Kontrolle über die Mitglieder gewinnen, ihre finanzielle, sexuelle und emotionale Ausbeutung ist perfekt. Schwertfeger bemerkt kritisch, dass die Autorin "willkürlich" Zitate von Sektenexperten eingestreut hat, über die man doch nur schnell hinweg liest, und kreidet ihr einen Mangel an Systematik in der Darstellung an. Aber sie weiß: "Das ist die Problematik aller Bücher mit dieser Thematik". - Wirklich bedauerlich findet Schwertfeger, dass alle Namen (von Opfern wie von Tätern) aus der wohl berechtigten Angst vor einer Klage Pseudonyme sind, denn eigentlich gehörten solche Seelenmanipulateure "öffentlich an den Pranger gestellt".
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