Karl Ove Knausgard

Spielen

Roman
Cover: Spielen
Luchterhand Literaturverlag, München 2013
ISBN 9783630874128
Gebunden, 576 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Das literarische Abenteuer aus Norwegen, das autobiografische Projekt von Karl Ove Knausgård geht weiter: Nach "Sterben" und "Lieben" nun "Spielen" - ein Roman über eine Kindheit, der eine Welt beschreibt, in der Kinder und Erwachsene parallele Leben führen, die sich nie begegnen. Alles beginnt mit einer traditionellen Familie: Vater, Mutter und zwei Jungen, die nach Südnorwegen ziehen, in ein neues Haus in einer neuen Siedlung. Es sind die frühen Siebzigerjahre, die Kinder sind klein, die Eltern jung, die Zukunft scheint offen und verheißungsvoll. Aber irgendwann beginnt sie sich zu schließen, irgendwann wird das, was mit großen Hoffnungen begann, klein und festgelegt. Was ist passiert? Wie konnte es dazu kommen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2014

Matthias Hannemann erklärt sich die Faszination an dem autobiografischen Romanwerk von Karl Ove Knausgard, dessen dritter, mit der Kindheit des Autors befasster Teil nun auf Deutsch vorliegt, mit dem offenen Umgang des Autors mit seinem Ego. Denn Egomanen sind wir alle, meint Hannemann. Darüber hinaus scheint ihm die Banalität der detaillierten Schilderung von Fernsehabenden mit der Familie, öden Schulstunden und dergleichen aber noch etwas anderes zu bedeuten. Dieser totale Realismus der Erinnerung in soghafte Sprache verwandelt enthält für Hannemann nicht weniger als die Magie des Lebens.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.01.2014

Und nun der dritte Teil dieser spannenden Vorabendserie namens "Min Kamp" von Karl Ove Knausgård, deren Thema Alex Rühle auf die Frage "Wer bin ich und wenn ja, warum?" reduziert. Der Rezensent verschlingt das wie nichts, auch wenn er nicht weiß, wo die Wirklichkeit, wo die Einbildungskraft des Autors am Werk ist. Egal, Hauptsache ehrlich, findet Rühle und taucht mit ein in die Welt der 70er, die Kindheitswelt des Autors und auch, wie Rühle feststellt, die eigene. Das liegt am ungefilterten Aufguss, den Kanusgard vorlegt, auch wenn kein Plot erkennbar wird, zwischen Hüpfgummispielen und Comic-Lektüre des Erzählers. Hypnotisch sei der Text, so Rühle, und mehr als oberflächliches Sammelsurium, nämlich eine Art norwegischer Proust, detailreich und das Leben bei der Arbeit zeigend. Also: Zeit nehmen und einsteigen! Rät Rühle.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.11.2013

Anhand umfangreicher Textzitate verortet Eva Behrendt "Spielen", Karl Ove Knausgårds dritten Roman aus seiner autobiografischen Reihe, im Schaffen des gegenüber Fiktionalisierungen äußerst skeptischen Autors. Dessen Langzeitprojekt: Eine so aus- wie erschöpfende Chronik dessen, was Familie, soziales Umfeld und eigener Alltag hergeben, was Knausgård, wie die Rezensentin berichtet, in der Gunst vieler Menschen in seiner Umgebung bereits deutlich hat sinken lassen. Dabei geht der Autor mit erheblicher Akribie zu Werke, schreibt Behrendt: "Auch das (scheinbar) unwichtige Detail ist Teil, ja Bedingung des Lebens in seiner unerschöpflichen Vielfalt", was mitunter dazu führt, dass im vorliegenden Buch die Beschreibung eines Nachmittags in all seiner Fülle 50 Seiten veranschlagt. Doch reicht das vor allem aus Kindheitserinnerungen bestehende Buch im direkten Vergleich nicht an die früheren Werke heran, findet Behrendt. Schob Knausgård in diese noch eine zusätzliche reflektierende Ebene, indem er sich selbst als schreibendes Subjekt in den Text einschrieb, wird dieser Aspekt im vorliegenden Buch zugunsten einer ungebrocheneren Erzählhaltung vernachlässigt.