Jugend 2000

Die 13. Shell Jugendstudie
Leske und Budrich Verlag, Leverkusen 2000
ISBN 9783810025791
Taschenbuch, 896 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Bei der 13. Shell Jugendstudie handelt es sich hinsichtlich Datenmenge und Aussagekraft um das umfangreichste Werk in der Reihe der Shell Studien. Neben der repräsentativen Hauptstudie mit über 4500 befragten Jugendlichen wurde erstmals auch eine Zusatzstichprobe mit rund 650 ausländischen Jugendlichen organisiert. Die Deutsche Shell beauftragt seit 1953 führende Forschungsinstitute mit der Erstellung von Jugendstudien, um Stimmungen und Zukunftserwartungen der jeweiligen Zeit zu dokumentieren.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.03.2000

In seiner Rezension zu diesem Band stellt Bodo Morshäuser die wichtigsten Ergebnisse der Studie vor. Dabei schwingt etwas Verwunderung mit, wenn er anmerkt, dass die Mehrheit der Jugendlichen heute so viel zuversichtlicher in die Zukunft schauen als noch drei Jahre zuvor. Erfreut zeigt er sich jedoch darüber, dass zum ersten Mal auch ausländische Jugendliche und Jugendliche mit doppelter Staatsbürgerschaft befragt worden sind. Morshäuser richtet in seiner Rezension sein Augenmerk besonders auf die Angaben türkischer Jugendlicher, die in dieser Studie betonen, sich in ihrem Verhalten wenig von deutschen Altersgenossen zu unterscheiden. Dies zeige, dass von mangelndem Anpassungswillen kaum die Rede sein könne. Allerdings macht der Rezensent bei türkischen Mädchen dann doch etliche Unterschiede zu ihren deutschen Geschlechtsgenossinnen aus, insbesondere hinsichtlich vorehelicher Beziehungen und der Eingebundenheit in die Herkunftsfamilie. Bedenklich findet der Rezensent, dass die große Mehrheit der deutschen Jugendlichen der Ansicht ist, dass zu viele Ausländer in Deutschland leben. Die Studie zeige ?wieder einmal?, dass diese Ansicht besonders dort populär ist, wo der Ausländeranteil an der Bevölkerung besonders niedrig ist. Dabei spielen, wie die Studie belege, auch ein niedriges Bildungsniveau und mangelnde berufliche Perspektiven eine entscheidende Rolle. Überraschend findet Morshäuser, dass auch 20 Prozent der türkischen Jugendlichen der Ansicht sind, dass in Deutschland zu viele Ausländer leben.
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