Journal des Luxus und der Moden 1786-1827

3 Bände
K. G. Saur Verlag, München 2003
ISBN 9783598115943
Gebunden, 1930 Seiten, 640,00 EUR

Klappentext

Analytische Bibliografie mit sämtlichen 517 schwarzweißen und 976 farbigen Abbildungen der Originalzeitschrift. Herausgegeben von der Stiftung Weimarer Klassik, Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Bearbeitet von Doris Kuhles unter der Mitarbeit von Ulrike Standke. Mode als Spiegel der Gesellschaft und Seismograph für Veränderungen - in einem breitgefächerten Themenspektrum zieht sich diese Idee durch das gesamte Journal des Luxus und der Moden 1786-1827. Die Zeitschrift, nach heutigem Vokabular ein "Bestseller" mit europaweiter Bedeutung, wurde 1786 von Friedrich Justin Bertuch und Georg Melchior Kraus in Weimar begründet. Sie erschien bis 1827 unter mehrfachen Titeländerungen sowie auch inhaltlichen Wandlungen. Die Beiträge beinhalten neben Mode im engeren Sinne (Kleidung) auch Abhandlungen über Kunst, Theater, Musik, Architektur, Literatur, Geschichte, Einrichtungsgegenstände, Gartenkunst, Patente, Handwerk, Bäderwesen, Gesundheit und vieles andere mehr: es ging um Moden in allen Bereichen des geistigen, gesellschaftlichen und häuslichen Lebens. Die Attraktivität der Zeitschrift resultiert nicht zuletzt aus der mediengeschichtlich bedeutsamen, idealen Verbindung von Bild und Text, die durch 1.420 enthaltene, überwiegend farbige Kupfertafeln gegeben ist. Die Zeitschrift ist ein exzellentes Quellenwerk der Goethezeit und ermöglicht viele kulturhistorische Fragestellungen und Recherchen zum ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. Durch die analytische Bibliographie wird das Journal des Luxus und der Moden 1786-1827 erstmals vollständig erschlossen: Dies bietet dem Benutzer einen umfassenden Überblick - auch unabhängig von der Zeitschrift selbst.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2003

Als Musterexemplar der Gattung preist Hans-Albrecht Koch die von Doris Kuhles betreute "Analytische Bibliografie" des "Journals des Luxus und der Moden", der wohl wichtigsten und beständigsten Zeitschrift des Bürgertums im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Kann es denn Spaß machen, in einer Bibliografie zu lesen, fragt Koch rhetorisch und bejaht. Das sei "wie das Reisen auf der Landkarte", freut er sich. In den ersten zwei Bänden, erläutert der Rezensent, seien Jahr um Jahr alle Texte erschlossen, der dritte Band enthalte das eigentliche Register. Außerdem sei auch das beigefügte "Intelligenzblatt", ein Anzeigenforum, erschlossen worden, ergänzt Koch. Über die Bände verstreut erfreuen fast 1000 farbige und über 500 Schwarz-Weiß-Reproduktionen das Auge des Rezensenten. Koch erläutert an mehreren praktischen Beispielen, was eine analytische Bibliografie leistet: die Herausgeberin steht mit Hintergrundswissen stets kundig zur Stelle und kann so über Kürzel, Anspielungen oder andere Details in den Artikeln Auskunft geben, deren Bezüge ansonst verloren gingen. Eine hervorragende Leistung der Herausgeberin, betont Koch noch einmal, die sich damit als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bilbiothek in den Ruhestand verabschiede.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2003

Eine wahnsinnige Fleißarbeit attestiert "egge" den beiden Herausgeberinnen dieser analytischen Bibliographie, die es künftig möglich macht, jeden Namen und jeden Begriff aus der wohl "berühmtesten Zeitschrift der Goethezeit", dem "Journal des Luxus und der Moden", ausfindig zu machen. Als schier unerschöpfliche Quelle preist "egge" dieses Journal, das nun in drei - leuchtend orangefarbenen - Bänden systematisch erfasst worden ist. Hier fand sich nicht nur alles, was die feine Damenwelt modisch interessierte - die phantastischsten Hutkreationen oder zartesten Schühchen, schreibt "egge" - sondern auch das politische und geistige Leben jener Zeit um 1800 wurde gespiegelt. Kleiner Haken an der Sache, bemerkt "egge" nicht ohne Ironie: zum vollständigen Vergnügen fehlt ein Reprint der sagenhaften Zeitschrift selbst. Immerhin enthalten die bibliographischen Bände, tröstet "egge" sich und andere enttäuschte Leser, alle schwarzweißen und farbigen Kupfertafeln des "Journals", und allein die seien schon schön anzuschauen.
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