Die beiden Schwestern Vera und Mira wollen sich nicht weiter einem Frauen verachtenden Regime im Finnland der nahen Zukunft unterordnen. Vera kommt über einen Geliebten in Kontakt mit einer Untergrundgruppe, die heimlich Chili anbaut. Die Schoten sind nicht nur eine Droge: Mit ihrer Hilfe kann man in den Kopf anderer Menschen schlüpfen. So kommt Vera auf die Spur ihrer verschwundenen Schwester Mira, die gar nicht gestorben ist, wie es offiziell hieß. "Finnisches Feuer" ist nicht nur eine fantastische Parabel auf einen Überwachungsstaat, sondern gleichzeitig auch ein Roman über weibliche Lebensentwürfe in einer männlich dominierten Gesellschaft.
Kein ganz normales Buch hat Margarete Stokowski da gelesen. Doch was ist schließlich ein normales Buch? Johanna Sinisalos Roman jedenfalls springt zwischen den Genres und den Traditionen, lernen wir, und wird von Stokowski als dystopische Gesellschaftskritik begriffen. Die Autorin, erläutert Stokowski, beschreibt eine Gesellschaft, in der Drogen, auch Kaffee und Nikotin, strengstens verboten und Rassen ebenso streng getrennt sind. Es gibt Elois und Morlocks, wie bei Wells, und eine gesetzlich geregelte Sexualität, so die Rezensentin weiter, im Untergrund wird Chilipulver konsumiert und Öko-Sekten florieren. All das kommt laut Stokowski sprachlich ohne besondere Vorkommnisse daher. Den Witz und die Intelligenz des Buches jedoch hält die Rezensentin für außerordentlich und freut sich über die kritische Sicht der Autorin auf Geschlechterrollen und Sexismus.
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