Jeffrey Eugenides

Air Mail

Erzählungen
Cover: Air Mail
Rowohlt Verlag, Reinbek 2003
ISBN 9783499236051
Kartoniert, 120 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Cornelia Walter und Eike Schönfeldt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.12.2003

Jeffrey Eugenides ist mit seinem Pulitzer-Preis-gekrönten Roman "Middlesex" zu Glück, Glanz und Ruhm gelangt. Jedoch, er beherrscht auch die sehr viel kürzere Strecke, stellt der Rezensent Ulrich Greiner entschieden fest. Drei Erzählungen sind hier versammelt und alle sind sie Geschichten vom Scheitern. Dass sie dennoch "komisch" sind, liege einzig an der "leichten, heiteren, gewissermaßen tragik- und pathosunfähigen Sprache des Erzählers". So kann es sein, dass der Tod eines Amerikaners in Asien so wenig furchtbar daherkommt wie das fehlgeschlagene Unternehmen, in Florida ein Motel zu eröffnen. Höchstens ein Gefühl der "leisen Trauer" beschleicht den Rezensenten, und zwar, ist anzunehmen, ein beinahe wohliges.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2003

Ob ihm eine Short Story wirklich gefallen habe, merke er immer daran, sagt Peter Körte über sich, ob er die Figuren gerne auch auf einer Langstrecke begleitet hätte. Bei zwei von drei der gar nicht so neuen Erzählungen von Jeffrey Eugenides, vom Verlag mal eben mit einem "Erzähl-Gen" ausgestattet, sei dies nicht der Fall, verrät Körte. Sowohl "The Beach" als auch "Die Bratenspitze" blieben ohne Nachhall beim Rezensenten; etwas "lendenlahm" findet Körte die "Bratenspitze", die in satirischer Form Inseminationsbegehren und -verfahren mittelalter Damen abfeiert, und auch "The Beach", die Geschichte eines durchfallleidenden Indienfahrers und Heilsuchenden, erschöpft sich schlicht in der kurzen Form, behauptet Körte. Die Ehrenrettung für den pulitzerpreisgekrönten Autor tritt für Körte erst bei der dritten Erzählung ein: "Timesharing" sei die Skizze einer Familie, einer Vater-Sohn-Beziehung, die weniger komisch als tieftraurig sei, in der aber alle Figuren ein kleines Geheimnis hätten, über das der Leser gerne mehr erführe und die Protagonisten notfalls auch über längere Strecken begleiten würde.
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