Jean-Christophe Bailly, Hanns Zischler

Fremd gewordenes Land

Streifzüge durch Frankreich
Cover: Fremd gewordenes Land
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783957574596
Gebunden, 464 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Andreas Riehle. Unter Mitarbeit von Hanns Zischler. In seinem philosophisch-literarischen Großessay führt Bailly die Beobachtungen und Reflexionen aus seinen Reisen auch in entlegene Gegenden Frankreichs zusammen, immer mit dem Ziel, die Identität der Republik zu erfassen und die in ihr gespiegelte Landschaft und Gesellschaft auf seine Weise zu kartografieren. Landschaftsbuch, Soziogramm und Reportage in einem, führt er uns von einer Fabrik für Fischernetze im alten Bordeaux zu Rodins Atelier in Meudon, von einem Karpfenteich in Fontainebleau, an dem Franz I. schon spielte, bis zu einem Gehöft in Roche, das 1918 von Deutschen gesprengt worden war. Bailly lässt sich führen und verführen von Leuten und Flüssen, Geschichten und Geschichte und legt ein buntes Mosaik des heutigen Frankreich.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 04.11.2017

Der deutsche Titel erscheint Wolf Lepenies ein wenig irreführend sein, ansonsten aber findet der Rezensent nicht nur Andreas Riehles Übersetzung von Jean-Christophe Baillys "Streifzügen durch Frankreich" brillant. Allein mit welcher Genauigkeit der in New York lebende Schriftsteller   die Landschaften seiner einstigen Heimat schildert, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab. Großartig, wie Bailly Geografie und Geschichte verschränkt und dabei immer wieder originelle Einblicke gewährt, schwärmt der Rezensent, der Bailly gerne folgt, wenn er ihn in Bordeaux mit dem Gründer einer mittelalterlichen Netzmanufaktur bekannt macht oder ihn in Toulouse mit zu einer Lachstreppe nimmt. In der Kunst der "Verknüpfung" steht Bailly Montesquieu oder Levi-Strauss in nichts nach, versichert der hingerissene Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2017

Helmut Mayer folgt Jean-Christophe Bailly auf seinen Wanderungen durch die französische Provinz mit Freude und Erkenntnisgewinn. Der Essayist und Erzähler vermag es, Mayer Wissen auf poetische Weise mitzuteilen, Städtchen und Landschaften vor ihm aufzublättern und in Abschweifungen zu schwelgen. Für Mayer keine Landeskunde, sondern poetisches Exerzitium, das Zeitschichten, Bilder und Überlieferungen in- und übereinanderschichtet. Dass die Übersetzung da oft nicht folgen kann, sieht Mayer ein, doch es ärgert ihn.
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