Iain McCalman

Der letzte Alchimist

Die Geschichte des Grafen Caligostro
Cover: Der letzte Alchimist
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783458171997
gebunden, 332 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sonja Schuhmacher und Rita Seuß. Wer war Cagliostro? Ein begnadetet Arzt und Wunderheiler oder ein gefährlicher Scharlatan und Betrüger? Iain McCalman erzählt die Lebensgeschichte einer der einflussreichsten und schillerndsten Gestalten des 18. Jahrhunderts. Seine Biografie ist spannend wie ein Roman. Sie folgt nicht nur dem Leben des Giuseppe Balsamo, der sich Alessandro Graf Cagliostro nannte, sondern auch seiner Wirkungsgeschichte, die bis heute andauert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004

Kaum zu glauben, so der Rezensent Harald Eggebrecht in einer recht langen Hinführung zu seiner Besprechung, wie widersprüchlich das 18. Jahrhundert gewesen ist. Entschiedener Wille zu Rationalismus und Aufklärung hier, wilde Begeisterung für allerlei Obskurantismus und Hokuspokus da. Für letzteren steht kaum eine Figur in so verblüffender Manier wie der Graf Cagliostro (alias Giuseppe Balsamo), der ganz Europa mit seiner rhetorischen Gewandtheit und betrügerischer Finger- und Geistesfertigkeit verrückt machte. Vom Skandal um die Halsbandaffäre Marie Antoinettes bis zum Ende im Verlies bei Urbano erzählt Iain McCalman das Leben des Grafen nach. Und als Biografie sei das Ganze durchaus gelungen, ja "bemerkenswert", meint Eggebrecht, der allerdings - darauf wollte seine Einleitung schon hinaus - den vielleicht interessantesten Aspekt vermisst: die Deutung des Zeitalters, die Darstellung der "Dialektik der Aufklärung" zwischen "Gedankenfreiheit und Geisterglaube, Antiklerikalismus und Mystagogie".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2004

Die Monografie über den berüchtigten Grafen Cagliostro von Iain McCalman findet Ursula Pia Jauch schlicht unerfreulich. Dafür macht sie vor allem zwei "elementare Probleme" verantwortlich. Zum einen, dass der australische Autor die historischen Quellen nicht selbständig sichten konnte, weil er nur des Englischen mächtig ist und sich die Quellentexte von "freundlichen Assistentinnen" übersetzen lassen musste. Zum anderen, und das wiegt in den Augen der Rezensentin erheblich schwerer, schwankt die Monografie zwischen Studie, Essay und historischem Roman. Der Autor, so Jauch unzufrieden, kann sich einfach nicht entscheiden, was er eigentlich schreiben will und so verliert er sich neben einem Wald aus Fußnoten und wissenschaftlichen Verweisen immer wieder in die "Einflüsterungen einer blumigen Phantasie". Die "malerischen Details", mit denen McCalman über Cagliostros Leben berichtet, sind der Rezensentin einfach des Guten zuviel, zumal der Autor Anspruch erhebt, Einblicke in das Innenleben seines Porträtierten zu haben. Wohl ein "Fall akademischer Selbstüberschätzung", vermutet Jauch, die allerdings den Unterhaltungswert des Schlusskapitels mit zahllosen Danksagungen des Autors an seine vielen Helfer nicht in Abrede stellen mag.
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