Helena McEwen

Das große Haus

Roman
Cover: Das große Haus
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783100483041
Gebunden, 222 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Silvia Morawetz. Eine junge Frau sucht noch einmal die Stätten ihrer Kindheit auf. Sie wandert durch die verlassen daliegenden Räume des großen alten Herrenhauses, das nun zum Verkauf ansteht, und streift durch seinen verwilderten Park. Sie erinnert sich an Szenen ihres Lebens aus der Zeit, als sie sechs Jahre alt war und ihre Welt vor allem aus diesem Haus und seinem Garten bestand...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2001

Unspektakulär und doch eindringlich erzählt - so erscheint Renate Wiggershaus der Roman der schottischen Schriftstellerin Helena McEwen, die wie die Ich-Erzählerin im herrschaftlichen Stammsitz der Familie aufgewachsen ist. Das leergeräumte Haus, das neben dem üblichen Salon, Musikzimmer, und der Bibliothek auch eine Kapelle und eine Fahnen- und Waffenkammer verzeichnet, versetzte die Autorin, meint Wiggershaus, in die richtige Stimmung, durch die Räume des Hauses zu streifen und ihren Erinnerungen nachzujagen. "Wie Perlen einer Kette" reihen sich die Erinnerungen und Szenen aneinander, schreibt die Rezensentin, da würden ebenso Anekdoten und Dienstbotenklatsch verwoben wie Momente poetischer Stille und märchenhafter Phantasien eines Kindes eingefangen, dessen weiteres Leben vom moralischen Zerfall und finanziellen Ruin des Vaters sowie dem Tod zweier Geschwister überschattet wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001

Die Kindheit wie im Märchen, warnt uns Margrit Irgang, fängt in diesem Buch gleich mit einem "blutigen Ende" an. Allerdings schwelgt die Rezensentin dann doch vor allem in der naiven Perspektive der sechsjährigen Erzählerin und schreitet die langen Flure des herrschaftlichen Familienbesitzes ("der Hauptdarsteller") ab, nimmt an Teestunden teil, hört die Küchenglocke zum Essen läuten, isst von Tellern mit goldblauem Rand usw., usw. Sollte das wirklich schon alles sein, diese "Welt der unaufdringlichen Sinnlichkeit", zu verdanken womöglich dem Umstand, dass die Autorin bildende Künstlerin ist, wie Irgang vermutet? Dann allerdings wäre nur schwer nachzuvollziehen, was das Buch zu so "etwas Besonderem" macht, für das es die Rezensentin hält.
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