Heike Amos

Politik und Organisation der SED-Zentrale 1949 - 1963

Struktur und Arbeitsweise von Politbüro, Sekretariat, Zentralkomitee und ZK-Apparat
Cover: Politik und Organisation der SED-Zentrale 1949 - 1963
LIT Verlag, Münster 2003
ISBN 9783825861872
Gebunden, 720 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

In der vorliegenden Studie über die Funktion und Arbeitsweise der Führungsgremien der SED von 1949 bis 1963 wird die Art und Weise, wie die SED-Führung ihre politische Macht in der DDR ausübte und absicherte, beschrieben. Die Autorin analysiert Organisation, Struktur, personelle Zusammensetzung und die Verteilung fachlich-politischer Verantwortlichkeiten innerhalb der obersten SED-Gremien - dem Politbüro, dem ZK-Sekretariat, dem ZK-Fachapparat und dem Zentralkomitee. Des weiteren werden Arbeitsweise und Entscheidungsabläufe in den genannten Gremien der SED untersucht, ebenso das Funktionieren des SED-Kader-Nomenklatursystems sowie die Karriereverläufe von SED-Spitzenpolitikern. Ausführlich kommen die Ursachen und Auswirkungen der in den 1950er Jahren zwei Mal aufbrechenden Machtkonflikte - 1953 und 1956/1958 - zwischen SED-Spitzenfunktionaeren im Politbüro des ZK der SED zur Sprache.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2003

Als kompetenten und detaillierten Wegweiser durch die Partei- und Staatsapparate der DDR lobt Rezensent Hermann Wentker dieses Buch der Historikerin Heike Amos. Denn während Zwangsvereinigung, Stalinisierung und Etablierung der SED inzwischen gut erforscht sind, waren Einzelheiten über die "Führungsstrukturen der Partei" und die "Zuständigkeiten einzelner Abteilungen" eine Angelegenheit der Archive, wie Wentker ausführt. Auch die häufigen Umstrukturierungen und vielen Konflikte innerhalb des Kadersystems widmet die Autorin breiten Raum, in den Augen des strengen Rezensenten sogar zu viel, denn Walter Ulbrichts Machtkämpfe seien hinreichend bekannt und gingen am Thema vorbei. Lieber wäre ihm gewesen, wenn Heike Amos sich eingehender dem Verhältnis von Parteiorganisation und ihrem obersten Führer Ulbricht gewidmet hätte.