Klappentext

Moses Mendelssohn hat seine kluge Tochter Brendel mit dem Bankier Simon Veit vermählt. Der Weltweise schätzte den Bräutigam, die Tochter nicht. Brendel, berühmt als Dorothea Schlegel, Salonière und Muse der Romantik, verließ ihren ersten Mann und Vater ihrer Söhne nach sechzehn Jahren Ehe. Wer war dieser von ihr und ihren Freunden (Henriette Herz, Wilhelm von Humboldt u.a.) geschmähte Mann? Hazel Rosenstrauch rekonstruiert das Milieu der jüdischen Aufklärung in Berlin und entdeckt einen toleranten, großzügigen Kaufmann, der die radikalen Veränderungen samt Taufepidemie unter den Juden würdevoll überstanden hat, ohne zu konvertieren. Veit wurde für die sehr katholische Dorothea zum guten, treuen Freund, der sie und ihren zweiten Mann, wie auch seine ebenfalls konvertierten Söhne, die Nazarener-Maler Johannes und Philipp Veit, immer unterstützt hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.08.2019

Rezensentin Judith von Sternburg lernt bei Hazel Rosenstrauch Brendel Mendelssohns weitgehend als Unglücksrabe in Erinnerung gebliebenen Mann Simon Veit von einer neuen Seite kennen. Leicht gereizt erscheint ihr der Ton des Buches, doch an der Vorbehaltlosigkeit der Autorin ihren Gegenstand betreffend hat sie keinen Zweifel. Aufgrund der Auswertung von Briefen entsteht laut Sternburg das Bild eines interessanten, kulturell gebildeten Zeitgenossen der Romantik. Dass Brendel Mendelssohn alias Dorothea (spätere Schlegel) mit ihm nicht glücklich wurde, findet Sternburg von solchen gleichwohl interessanten Überlegungen allerdings unberührt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2019

Als wahren Glücksfall wertet Rezensent Lothar Müller diese Biografie der in London geborenen Autorin Hazel Rosenstrauch, die im Nachlass eines Nachkommens der Dorothea Schlegel bisher unbekannte informationen zu deren erstem Ehemann, dem jüdischen Bankier Simon Veit fand: Schlegel, geboren als Brendel Mendelssohn, hatte Veit nach 14 Jahren Ehe für Friedrich Schlegel verlassen, war mit ihm und ihren beiden Söhnen Johannes und Philipp Veit zum Katholizismus übergetreten - und wurde dennoch weiterhin von ihrem Exmann großzügig finanziell unterstützt. Wie Rosenstrauch Herkunftsgeschichte und "Herzensbildung" Veits nachzeichnet, findet Müller bemerkenswert.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de