Haruki Murakami

Wilde Schafsjagd

Roman
Cover: Wilde Schafsjagd
DuMont Verlag, Köln 2005
ISBN 9783832178994
Gebunden, 299 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns. Der Japaner Haruki Murakami, der in seinem Land zu den populärsten Schriftstellern zählt, legt hier eine mit viel Witz erzählte Mischung aus Science-fiction- und Detektivroman vor. Helden der Geschichte sind der namenlose dreißigjährige Mitinhaber einer Werbeagentur in Tokio und ein Schaf mit übernatürlichen Kräften und einem unbeugsamen Willen zur Macht. Beide werden sie in einen Strudel von sich überschlagenden Ereignissen und Abenteuern hineingezogen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2005

Durchaus angtan zeigt sich Rezensentin Pia Reinacher von diesem jetzt neu aufgelegten Frühwerk Haruki Murakamis aus dem Jahr 1982, auch wenn sie zugibt, dass es "nicht zu den brillantesten Büchern" des japanischen Autors gehört. Dazu findet sie den Roman "zu wenig packend geschrieben" und "zu wenig kapriziös ausgedacht". Trotzdem kann sie sich seiner Wirkung nicht ganz entziehen, nimmt der Roman den Leser doch mit auf eine "Zickzackfahrt ins Unwirkliche", die in Wahrheit eine Variante der klassischen Reise zur Selbstfindung sei. Vor allem die bedrohliche Atmosphäre des Romans und die Vermischung von Realität und Fantasie haben Reinacher gefallen. Sie hebt hervor, dass es Murakami hier nicht in erster Linie um Kritik an der japanischen Zivilisation, an der anonymen Warenwelt und an der Orientierungslosigkeit in einer unablässig ratternden Konsum-Maschine geht, sondern das Thema der "Erlösung des gefühlsamputierten, rationalen modernen Menschen aus seiner mentalen Höhle".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.04.2005

Susanne Meyer würdigt den japanischen Autor Haruki Murakami in ihrer ausführlichen Besprechung des bereits vor 20 Jahren geschriebenen und nun auch auf Deutsch wieder erhältlichen Romans "Wilde Schafsjagd" als "Meister der Sinnlosigkeit". Auch in diesem Buch, in dem sich ein Werbefachmann auf die Suche nach einem mit einem Stern gebrandmarkten Schaf macht, was ihn nacheinander in die Stadt seiner Kindheit und ins Gebirge führt, wird der Leser vielmehr auf "innere Bewegung" stoßen als auf äußere Aktion, erklärt die Rezensentin. Sie warnt vor dem "Risiko des Sichverlierens", dem man sich bei der Rezeption der Irrfahrt der Hauptperson, einem namenlosen, traurigen Ich-Erzähler, aussetzt und lässt auch wissen, dass man nicht mit großen Wahrheiten und "Erkenntnissprüngen" zu rechnen habe. Die Geschehnisse, von denen Murakami erzählt, führen "nirgendwo hin" und werden in "leisem, geradezu mattem Ton" vorgetragen. Dabei wirken sie aber, wenn es etwa um den "Irrsinn des Geschäftslebens oder der Politik geht" ungeachtet des Alters des Buches erstaunlich modern, stellt die Rezensentin fest. Murakami "erzeugt geschickt" ein Gefühl der "Orientierungslosigkeit", lobt Meyer, und sie meint, dass der japanische Kult-Autor in seinen Büchern auszuloten versucht, "wie man mit dem Dasein umgeht, ohne sich zu wehren".
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