Handbuch der politischen Ikonografie

Von Abdankung bis Huldigung; Von Imperator bis Zwerg. 2 Bände
Cover: Handbuch der politischen Ikonografie
C. H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406577659
Gebunden, 1173 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

Mit rund 1200 Abbildungen. Herausgegeben von Martin Warnke, Uwe Fleckner, Hendrik Ziegler. Seit jeher bedient sich die Politik der Macht der Bilder, um politische Ansprüche, Hoffnungen, Erfolge und Positionen zu verkünden. Dieses mit etwa 1200 Abbildungen reich illustrierte Handbuch führt in 150 Beiträgen vor, wie von der Antike bis in die Gegenwart Personen und Ereignisse, politische Ideale und Institutionen bildlich dargestellt wurden. Fachleute zeigen, welche Symbole, Motive und Mythen dabei immer wieder verwendet und wie sie im Laufe der Geschichte abgewandelt wurden, um das politische Leben in Gemälden und Denkmälern, in Flugschriften und im Fernsehen, auf Plakaten und Photos einzufangen und zu deuten. Das Spektrum der Beiträge reicht von Audienzen zu Attentaten, von der Demokratie zur Diktatur, von Päpsten und Prinzen bis zu Partisanen und Parlamenten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.09.2011

Reich beschenkt sieht sich Rezensent Uwe Hebekus mit diesem "wahrhaft imposanten Kompendium", das ihm eine Fülle von Erkenntnissen bescherte, und er empfiehlt es jedem, der sich näher auf politische Bildwelten einlassen möchte. Dabei stellt er klar, dass es sich hier nicht um ein illustriertes Politiklexikon handelt, sondern dass die Bedeutungsspektren verschiedener Ikonen untersucht werden: von naheliegenden Begriffen wie Aufstand oder Parlament, aber auch von überraschenden wie "Zwerg", "Brücke" oder "Wald". Am Beispiel von Napoleons berühmter Porträthaltung (mit der Hand unter die Knopfleiste geschoben), sieht er etwa sehr schön veranschaulicht, wie sich der Kriegsherr mit dieser traditonellen Geste der rhetorischen Mäßigung zu einem Friedensstifter umdeuten ließ. Und während er sich zu Beginn noch über die theoretische Zurückhaltung der Autoren aus dem Warburg-Haus wundert, leuchtet sie ihm im Zuge seiner Lektüre immer mehr ein. So viel Erkenntnis und Beobachtung lässt sich nicht unter einen Schulhut bringen!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.07.2011

Johannes Willms weiß dieses von Uwe Fleckner, Martin Warnke und Hendrik Ziegler herausgegebene "Handbuch der politischen Ikonografie" durchaus zu schätzen, auch wenn er eine ganze Reihe von Kritikpunkten anzubringen hat. So weist das insgesamt 141 Artikel zu Stichwörtern von 'Abdankung' bis 'Zwerg' versammelnde Werk eine ganze Reihe von Lücken auf, die sich Willms nicht allein durch die kurze Entstehungszeit erklären kann. Die Kriterien der Auswahl der Stichwörter bleiben zu seinem Bedauern im Dunkeln. Zudem vermisst Willms eine überzeugende theoretische Begründung des Gegenstands der politischen Ikonografie, weshalb das Werk für ihn keinen systematischen Anspruch erheben kann, sondern "lediglich exemplarischen Charakter" hat. Außerdem weist er auf die unterschiedliche Qualität der Artikel hin. Auf der anderen Seite scheint ihm das Handbuch eine fruchtbare Pionierarbeit, die mit Gewinn zu lesen ist. Eine Reihe von brillanten Artikeln führen für ihn überzeugend den Wandel in der bildnerischen Darstellung politischer Ideen durch die Jahrhunderte vor Augen. Willms Resümee: eine "reich bestückte Fundgrube", die mit einer Fülle von Einsichten und Entdeckungen aufwartet.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.07.2011

Ein "Standardwerk" erblickt Rudolf Walther in diesem von Uwe Fleckner, Martin Warnke und Hendrik Ziegler herausgegebenen "Handbuch der politischen Ikonografie". Das zwei Bände, knapp 1200 Seiten und 141 Artikel von rund 100 Autoren umfassende Werk führt seines Erachtens überzeugend vor Augen, wie Bilder und Motive politische Inhalte und Absichten transportieren und welche Kontinuitäten es dabei über Jahrhunderte hinweg gibt, aber auch welche Brüche und Differenzen. Methodisch sieht er das Werk den Einsichten von Aby Warburg und Erwin Panofsky verpflichtet, wie die Artikel über "Demokratie", "Gemeinwohl", "Rebellion" und "Staat" demonstrieren. Natürlich konstatiert er auch die eine oder andere Lücke. Nichtsdestoweniger findet er das Werk höchst verdienstvoll, sehr lehrreich und in seiner "herausragenden Qualität" bestechend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2011

Rezensent Ralph Ubl ist vom "Handbuch der politischen Ikonographie", das Martin Warnke, Uwe Fleckner und Hendrik Ziegler herausgegeben haben, keineswegs uneingeschränkt begeistert. Das Programm der Herausgeber scheint ihm nicht überzeugend. Er kritisiert vor allem den in seinen Augen zu engen ideologiekritischen Ansatz ihrer politischen Ikonografie, der in den Bildern und Motiven in erster Linie deren interessengeleitete Vorhaben und Strategien aufzudecken sucht. Im Blick auf die einzelnen Artikel zeigt sich Ubl dann versöhnlicher. Neben einigen für seinen Geschmack recht trivialen Bildanalysen (wie der des Plakats zur Bundestagswahl 2005 mit Gerhard Schröder mit leicht erhobener Faust) findet er in dem Werk eine Reihe von exzellenten und höchst aufschlussreichen Erläuterungen. Lobend hebt er etwa die Artikel über die allegorische Darstellung der Anarchie oder des politischen Bündnisses, die bildhaften Interpretationen der Figuren des Herkules, David und Brutus, die Metaphern des Schiffes oder des Sturmes hervor.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.06.2011

Überaus positiv hat Rezensent Thomas Meyer dieses zweibändige, von Uwe Fleckner u.a. herausgegebene "Handbuch der politischen Ikonografie" aufgenommen. Auch wenn es sich bei der politischen Ikonografie nicht um eine "fest umrissene Disziplin" handelt und sich vorliegendes Werk eher als "experimentelle Versuchsanordnung" versteht, bietet das Handbuch zu seiner Freude eine kluge und erhellende Darstellung von Bildern und Motiven als Träger von politischen Programmen sowie eine Entschlüsselung ihrer Symbolsprache. Deutlich wird für ihn, wie die Bildersprachen über Jahrhunderte tradiert, transformiert und wieder aktualisiert wurden. Die Lektüre vermittelt in seinen Augen zudem ein besseres Verständnis der Tiefendimensionen des Politischen. Meyers Fazit: ein Werk, das "Maßstäbe für die Bildwissenschaft" setzt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2011

Rezensent Andreas Wang begrüßt dieses von Martin Warnke, Uwe Fleckner und Hendrik Ziegler herausgegebene Handbuch zur politischen Ikonographie. Das 1250 Seiten starke Werk hat ihn mit seinen 1200 Abbildungen und 141 Artikeln zu Stichwörtern von "Abdankung" über "Imperator" bis "Untertan" und "Zwerg" sichtlich beeindruckt, was ihn nicht davon abhält, auch einige kritische Anmerkungen anzubringen. Das Handbuch erscheint ihm überaus hilfreich, wenn es darum geht, politische Ikonografie als solche wahrzunehmen und zu erschließen. Zudem ermöglicht es, den Wandel von Bilddetails zu beobachten. Ein Kritikpunkt ist für ihn, dass die kunsthistorische Vergangenheit deutlich stärker vertreten ist als die Gegenwart. Außerdem moniert er einige Lücken. Nichtsdestoweniger würdigt Wang das Werk als "gewaltiges und spannendes Lehr- und Lesebuch", dem er eine "baldige Weiterführung" wünscht.
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