Geschichtsbilder im George-Kreis

Wege zur Wissenschaft
Wallstein Verlag, Göttingen 2004
ISBN 9783892447276
Kartoniert, 318 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Barbara Schlieben, Olaf Schneider und Kerstin Schulmeyer. "Von mir aus führt kein Weg zur Wissenschaft." Stefan Georges Diktum scheint keinen Zweifel an der wissenschaftsfernen Haltung von Dichter und Kreis zu lassen. Gleichwohl sieht sich das gesamte zeitgenössische Geistesleben durch den Gelehrten- und Künstlerzirkel, dem u. a. der Literaturwissenschaftler Friedrich Gundolf, der Historiker Ernst H. Kantorowicz und der Ökonom Edgar Salin angehörten, herausgefordert. Der Band konzentriert sich auf die Geschichtsbilder des Kreises. Der interdisziplinäre Zuschnitt trägt dabei den vielgestaltigen künstlerischen, poetischen und wissenschaftlichen Begabungen im Kreis Rechnung. Aus unterschiedlicher Perspektive nähern sich Historiker und Kunsthistoriker, Literatur- und Wirtschaftswissenschaftler den Geschichtsbildern. Sie fragen nach deren geisteswissenschaftlichen Traditionen und methodischen Grundlagen, beschreiben aber auch Modellierung und Rezeption.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2004

Wissenschaftliche Tagungen, meint der Rezensent (Kürzel "Hg") dieses Bandes, sind ja eine schöne Sache. Ihre Zusammenfassung in Tagungsbänden erweise sich allerdings oftmals als etwas unbefriedigend. Unvermittelt steht nebeneinander, was auf der Tagung zu Diskussionen führen muss. Diese Diskussion aber bleibt hier aus. Bei diesem Band, der mehrere Tagungen zu Vertretern des George-Kreises zusammenfasst, ist das dem Rezensenten wohl besonders unangenehm aufgefallen. So schrieben die einen von "längst geklärten Missverständnissen, die bei anderen ungestört wieder dastehen". Verhandelt wird - in unterschiedlicher Distanz zum George-Ton - die Frage nach der Möglichkeit von Wissenschaft unter Georgeschen Prämissen. Die Autoren, um die es dabei in erster Linie geht, sind Ernst Kantorowicz ("der wichtigste"), Friedrich Gundolf, Edgar Salin, Artur Salz. An sprachlicher Sorgfalt, dies der letzte Einwand gegen den Band, fehle es in mehr als einem Beitrag.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2004

Michael Philipp streicht heraus, dass sich dieser Tagungsband, der die Geschichts- und Wissenschaftsauffassung des Gelehrtenkreises um Stefan George untersucht, keineswegs nur um "Reminiszenzen längst verjährter Fragen" dreht. Den George-Schülern ging es in ihrer "Wissenschaftskunst" darum, dem "Wertvollen" der Geschichte mit "Ehrfurcht" zu begegnen und dabei "menschenformend" wirksam zu werden, und zu diesem Zweck wandten sich von einer auf Objektivität angelegten Wissenschaft ab, erklärt der Rezensent. Er findet diese Beschäftigung mit den "Irrwegen der "historischen Schau", wie der George-Kreis seine Geschichtsbetrachtung nannte, deshalb wichtig, weil sie zur "Selbstvergewisserung der Zunft" der Historiker beitragen kann. Zudem lobt er das Buch als "schön edierten Band", ohne sich allerdings im Einzelnen dazu auszulassen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2004

Hochkarätige Studien fand Stefan Breuer in diesem Band zum Geschichtsbild des George-Kreises versammelt, besonders hervor hebt Breuer einen Beitrag von Ulrich Raulff über die Ideen- und Bildergeschichte des "Geheimen Deutschland". Auf der anderen Seite hat Breuer aber auch ein paar "empfindliche Lücken" gefunden, die "eine Übersicht" über die Geschichtsbilder im George-Kreis eigentlich "nicht unausgefüllt lassen sollte". So fehlten etwa Studien zu den Beiträgen, die Friedrich Wolters, Kurt Breysig und Berthold Vallentin zum Geschichtsbild des George-Kreises beigesteuert hätten.
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