Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert

Band 1: Das Kaiserreich 1871 - 1918. Teil 1
MVB, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783765723513
Kartoniert, 647 Seiten, 66,00 EUR

Klappentext

Im Auftrag der Historischen Kommission herausgegeben von Georg Jäger. Dieses Werk, das die Historische Kommission herausgibt, behandelt die Geschichte aller Branchen des deutschen Buchhandels seit etwa 1850. Der Schwerpunkt des ersten Bandes liegt auf der Kaiserzeit, es folgen Bände über die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die DDR und die Bundesrepublik. Es werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso dargestellt wie die Strömungen in der Buchgestaltung, die verschiedenen Verlagsgebiete, der Zwischenbuchhandel, der Sortimentsbuchhandel und andere Vertriebsformen, das Zeitschriftenwesen sowie die Leser und Käufer. Band 1, Das Kaiserreich ist in drei Teile gegliedert. Teil 1 ist im Frühjahr 2001 erschienen. Seit März 2003 ist Teil 2 lieferbar. Teil 3 erscheint voraussichtlich 2004.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2004

Rezensent Ernst-Peter Wieckenberg ist insgesamt sehr zufrieden mit dem ersten Band der "Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert", in Auftrag gegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Manche der Beiträge reichen seiner Ansicht nach weit über ihren eigentlichen Geltungsbereich hinaus und entwickeln sich zu Ansätzen einer Kultur- oder Mentalitätsgeschichte der behandelten Epoche. Gleichwohl findet Wieckenberg manches zu bemängeln, vor allem, was die Undifferenziertheit der Begrifflichkeit anbelangt, die sich etwa an der problematischen Verwendung von Wörtern wie "Bürgertum" oder "Öffentlichkeit" zeigt. Diese Einwände werden in seinen Augen jedoch aufgewogen durch die Universalität des Ansatzes. Die Aufsätze des Buches untersuchen unter wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkten, wie sich seit den vierziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts der Buchhandel stetig entfaltet, bis die "Urkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts", der Erste Weltkrieg, auch diese Blüte knickt. War bis dahin das deutsche Wissenschaftsverlagswesen mit seinen Publikationen über Fortschritte etwa in der Medizin oder der Chemie in einem Ausmaß führend, dass "niemand es sich leisten konnte, kein Deutsch zu lesen", so endete auch diese Vormachtstellung mit dem Kaiserreich - wie allgemein der Buchmarkt zusammenbrach. Der Verlag allerdings muss sich von Wieckenberg sagen lassen, dass sowohl hinsichtlich der Gestaltung als auch der Aufmachung das Niveau der Texte in keiner Weise erreicht wird.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2003

Hans-Albrecht Koch freut sich, dass dieses Buch endlich erschienen ist, nachdem er "jahrzehntelang darauf gewartet hat". Sehr gut lesbar sei es, folge keinen gerade gängigen Paradigmen und betrete überdies methodisches Neuland, resümiert der Rezensent und sieht damit all seine Erwartungen an eine Buchhandelsgeschichte erfüllt, "die nicht für den Tag geschrieben ist". Koch findet, dass wesentliche Lücken geschlossen werden, wie die urheberrechtlichen Fragen und die Handelsstufen des Buchhandels und "bisher nicht mögliche wirtschaftsgeschichtliche Aussagen über das Ganze" getroffen werden können. Außerdem ist er erleichtert, dass die Rettung des Vorhabens einer Geschichte des Deutschen Buchhandels geglückt ist.
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