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Frank Dikötter

Diktator werden

Populismus, Personenkult und die Wege zur Macht
Cover: Diktator werden
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2020
ISBN 9783608981896
Gebunden, 368 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Heike Schlatterer und Henning Dedekind. Mussolini, Hitler, Stalin, Mao, Kim Il-sung, Ceaucescu, Mengistu und Duvalier: Wie gelangen Diktatoren an die Macht? Wie erhalten sie diese Macht? Anhand der Biografien der rücksichtslosesten Gewaltherrscher zeigt Frank Dikötter, dass kein Diktator einzig durch Terror und den allgegenwärtigen Schrecken seine Herrschaft festigen kann. Gerade der Vergleich der ausgefeilten Techniken der Macht zeigt, wie es den brutalen Despoten stets gelang, ihre Völker zu verführen und so zu tun, als wäre der Zwang in Wirklichkeit Zustimmung. Unermüdlich arbeiteten sie an ihrer Selbstdarstellung und suchten die Verherrlichung und Glorifizierung durch die Bevölkerung. Das gesamte 20. Jahrhundert hindurch jubelten Hunderte Millionen Menschen Hitler, Stalin, Mussolini u. v. a. m. zu, selbst wenn diese sie unterjochten und versklavten. Frank Dikötter beschreibt und entlarvt die ebenso abstoßenden wie wirkungsvollen Verführungskünste, die die Macht der Diktatoren langfristig festigen und erhalten - mitunter sogar über deren Tod hinaus. Doch dieser Personenkult ist kein überholtes Phänomen der Vergangenheit, vielmehr bildet er das Herz der Tyrannei - bis in die Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.04.2020

Paul Stänner hätte gern noch gewusst, warum ein Volk eigentlich einen Diktator duldet, ansonsten versorgt ihn Frank Dikötters "Handbuch für Diktatoren" auf lehrreiche Weise mit allerhand Tipps für kleine Duvaliers oder Mussolinis. Sieben Lektionen zieht Stänner als Quersumme aus der Darstellung, die Stalin Hitler oder Mao, aber auch Erdogan porträtiert, ihre Karrieren nachzeichnet und dem Personenkult nachspürt. Lektion 2: Du bist der Größte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2020

Der hier rezensierende Politologe Herfried Münkler lernt bei Frank Dikötter, dass es sich nicht lohnt, Diktator zu werden. Außer Personenkult bietet ein Diktatorleben nicht viel, und Freunde hat man auch keine, erkennt der Rezensent. Die Beispiele, die der Autor nach für Münkler nicht erkennbarer Maßgabe auswählt, um sie auf Gemeinsamkeiten hin abzuklopfen, Mussolini, Hitler, Stalin, Mao, Kim, Ceausescu, Duvalier, Mengistu, machen den Rezensenten nicht so sehr mit den Rahmenbedingungen der jeweiligen Diktatur bekannt, sondern vor allem mit den Aufstiegsgeschichten und dem Personenkult. Worauf die Macht im einzelnen gründete, auf Redetalent, Abwesenheit, Zauberei, kann Münkler hier nachlesen. Was genau das für die diktatorische Herrschaftsweise bedeutete und worin die Unterschiede begründet waren, erfährt er leider nicht.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 29.02.2020

Rezensentin Marianna Lieder fragt sich am Rand, ob eine fröhliche Zusammenschau von Diktatoren und ihrer Selbstinszenierung, wie sie Frank Dikötter vornimmt, eigentlich opportun ist. Lieder jedenfalls hat kein Problem damit. Verharmlosung kann sie nicht erkennen, wenn der Historiker Mao, Stalin, Hitler, Mussolini, Duvalier, Ceausescu und Mengistu vergleichend auftreten lässt, quellen- wie faktensatt, gut lesbar, allerdings auch ohne große Thesen und neue Erkenntnisse, wie sie einräumt. Allein schon die "konkreten Eindrücke" über despotische Machtstrategien scheinen ihr der Lektüre wert.