Ernest Hemingway

Fiesta

Roman
Cover: Fiesta
Rowohlt Verlag, Reinbek 2013
ISBN 9783498030179
Gebunden, 320 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Hemingways frühester Roman aus dem Jahre 1926 in neuer Übersetzung. Er ist der "Verlorenen Generation" des Ersten Weltkriegs gewidmet. Die Figuren leben, körperlich und seelisch gezeichnet, aber mit fatalistischer Sorglosigkeit als Außenseiter des bürgerlichen Lebens unter der heißen Sonne Frankreichs und Spaniens, zwischen Stierkampf und durchzechten Nächten. Hemingway selbst beschrieb seinen Roman als "eine verdammt traurige Geschichte, in der aufgezeigt wird, wie Menschen zugrunde gehen". So etwa Lady Brett Ashley, die Männer in Serie unglücklich macht: ihren Vertrauten, den Ich-Erzähler Jack Barnes, einen typischen Hemingway-Helden, beherrscht und zurückhaltend; den aus einer wohlhabenden Familie stammenden Amateurboxer Robert Cohn, der, von Brett mal nah, mal fern gehalten, zwischen Unsicherheit und Aggression schwankt; und schließlich Pedro Romero, den Stierkämpfer, stolz, ausdauernd, mutig und voller Würde, aber Lady Ashley gegenüber machtlos.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2014

Wie einem alten Bekannten begegnet Wolfgang Schneider Ernest Hemingways Roman aus dem Jahr 1926. Und wie einem alten Bekannten steht er dem Text etwas unverwandt gegenüber. Das soll das so wahnsinnig moderne, stilprägende Buch sein, das ich als Jugendlicher verschlungen habe? Doch Schneider bemüht sich, dem Text gerecht zu werden, indem er alles Zähe des Anfangs, wo der Autor seine Pariser Jahre verhandelt, jeden Drink, jede Bar, jede Bekanntschaft existenzialistisch aneinanderreihend, hinter sich lässt und Hemingway nach Pamplona folgt. Stierkampf! Doch auch hier hat der minimalistische Stil des Autors kaum mehr als ein Schulterzucken des Rezensenten zur Folge. So lakonisch und abgebrüht tautologisch ("In Wien war alles wie in Wien", sagt eine Figur einmal) wie Hemingway schreibt heute jeder Jungautor, stellt Schneider betrübt fest. Was Schneider bleibt, sind Landschaftsbeschreibungen von biblischer Schönheit. Und eine gelungene Neuübersetzung, die den Sound des Originals doch nicht ganz zu treffen vermag.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2013

"Ein ungemein jugendliches Buch", stellt Willi Winkler bei der Wiederlektüre von Ernest Hemingways Romandebüt "Fiesta" fest und meint das sowohl im positiven wie im negativen Sinne: frisch und fetzig, aber auch selbstgefällig und protzig. Lesenswert allemal, zumal sich der Autor im Laufe seiner eindrucksvollen Karriere immer weiter von dem "kaltblütigen Stil" seines Debüts entfernte, meint der Rezensent und erinnert umgehend daran, dass es sich bei diesem Stil in erster Linie um ein Ergebnis des Lektorats von Hemingways Jugendfreund F. Scott Fitzgerald handelt. Die Neuübersetzung durch Werner Schmitz kommt dem etwas einförmigen "Hemingway-Sound" dabei näher als die erste Übertragung durch Annemarie Horschitz-Horst aus dem Jahr 1928, wie Winkler anhand mehrerer Beispiele nachweist.
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