Englische und amerikanische Dichtung

4 Bände im Schuber. Band 1: Von Chaucer bis Milton. Band 2: Von Dryden bis Tennyson. Band 3: Von R. Browning bis Heaney. Band 4: Amerikanische Dichtung. Engl.-Dtsch..
Cover: Englische und amerikanische Dichtung
C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406464645
Kassette, 2700 Seiten, 99,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Friedhelm Kemp, Werner von Koppenfels, Manfred Pfister u. a. Die Bände sind auch einzeln erhältlich. Diese zweisprachige Anthologie, vorgelegt von ausgewiesenen Übersetzern und Literaturkennern, erschließt erstmals den ganzen Reichtum angelsächsischer Dichtung. Jeder Band ist leserfreundlich angelegt und enthält einen umfangreichen Kommentar. Mehr als die Hälfte der Gedichte, die den geschichtlich gewachsenen Kanon ebenso wie seine neueren Erweiterungen vorstellen, wurde dafür neu, nicht selten erstmals übersetzt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.07.2001

"Für das literarische Gedächtnis ist (...) in den vergangenen zehn Jahren kaum Wertvolleres geschaffen worden", findet Wolfgang Matz. Besonders begeistert er sich für die zahlreichen Neuentdeckungen, die der Leser hier machen kann. Denn neben den Klassikern stehen, so Matz, zahlreiche Dichter, die zwar keineswegs unbedeutend sind, aber doch hierzulande nur wenig beachtet werden. Was seiner Ansicht nach bei der Zusammenstellung besonders deutlich wird, sind die Traditionen in der englischen Dichtung und das Nachwirken bis heute. Als besondere Entdeckung bewertet der Rezensent die Kriegsgedichte aus dem Ersten Weltkrieg, die sich im dritten der vierbändigen Edition befinden. Für diese gibt es nach Matz "keine Entsprechung in der deutschen Literatur". Was die "Amerikanische Dichtung" betrifft, so ist Matz jedoch mit der Auswahl nur bedingt einverstanden. Zu "persönlich und zuweilen auch idiosynkratisch" findet er die Vorlieben der Herausgeber, und zumindest im Nachwort hätte er sich eine Erklärung dafür gewünscht, weshalb die populäre Dichtung im 20. Jahrhundert "einfach ignoriert wird". Doch ansonsten lobt der Rezensent die Nachworte und Erläuterungen mit großem Nachdruck, nicht nur weil Zusammenhänge und Querverweise deutlich werden. Auch erfahre der Leser viel über die Kunst des Übersetzens.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2001

Zu dieser Anthologie weiß Jürgen Brocan nichts Vergleichbares. Dem eigenen Anspruch, den historisch gewachsenen Kanon englischer und amerikanischer Dichtung sichtbar zu machen und ihn zugleich zu erweitern, werden die Herausgeber seiner Meinung nach gerecht. Weder hat sich unser Rezensent mit der Textauswahl langweilen oder bei den Übersetzungen über "nüchterne Interlinearversion" bzw. "hölzerne Prosafassungen" ärgern müssen. Die Einführungen, Erläuterungen und bio-/bibliographischen Abrisse der Bände findet er ganz vorzüglich. Beim angelsächsischen Teil der Sammlung hebt Brocan besonders die innere Spannung hervor, die sich aus der Balance zwischen bekannten und weniger bekannten Texten ergibt, und hat eigentlich nur zu bemängeln, dass nicht englischstämmige, dabei englisch schreibende Lyriker nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Der amerikanische Teil macht dem Rezensenten weniger Freude: Fehlende Hintergrundinformationen in den Übersichten, eine ergänzungsbedürftige Bibliographie und mitunter recht manieristische Übersetzungen hält Brocan für "ärgerliche, weil vermeidbare Schwächen" des Bandes.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2001

Ulrich Horstmann zieht bei dieser vierbändigen Publikation den Vergleich zu einem wohlgefüllten "Safe" und fühlt sich bei der Lektüre wie ein Panzerknacker, der sich mit Fingerspitzengefühl dem Ganzen zu nähern hat. Beim Anblick des Inhalts ist er zwar überwältigt von den Schätzen, die in den drei Bänden zur britischen und einem Band zur amerikanischen Lyrik zu heben sind, doch er hat auch herbe Kritik anzubringen. Positiv wertet er, dass jeweils das Original und die deutsche Übersetzung auf einer Doppelseite abgedruckt sind und somit das Vergleichen erleichtert wird. Auch Nachwort, Kommentar und Erläuterungen in den Bänden findet er "ausgesprochen benutzerfreundlich". Die Übersetzungen der Gedichte selbst kommen beim Rezensenten allerdings erheblich schlechter weg: er hat "unfreiwillig komische Poetizismen" gefunden und moniert, dass die "sprachliche Sensibilität" insgesamt zu wünschen übrig lässt. Hochgelobt hat er allerdings die Übersetzungen von Christian Enzensberger (Lewis Carroll), Wolfgang Koppenfels (Emily Dickinson) und ganz besonders Eva Hesse (E.E. Cummings). Besonders beim letzten Band ist ihm die Auswahl der Gedichte nicht einsichtig. Und so hofft Horstmann, dass der angekündigte fünfte Band das Gute der Anthologie weiterführt und die bestehenden Mängel vermeidet.
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