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Einmal Weimar-Wien und retour

Johann Sebastian Müller und sein Wienbericht aus dem Jahr 1660
Cover: Einmal Weimar-Wien und retour
Oldenbourg Verlag, München 2005
ISBN 9783486577778
Gebunden, 280 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Katrin Keller, Martin Scheutz und Harald Tersch. Im Jahre 1660 unternahm der Kanzler von Sachsen-Weimar, Rudolf Wilhelm Krauße, eine Gesandtschaftsreise nach Wien, um im Auftrag des Landesfürsten die Belehnung der Reichslehen durch den neuen Kaiser Leopold I. vornehmen zu lassen. Die in regelmäßigen Abständen erstellten Berichte aus Wien an den Landesfürsten wurden später von Johann Sebastian Müller, der als Sekretär Teil der Gesandtschaft war, überarbeitet und 1714 als "Reise-Diarium" publiziert. Sie liegen nun erstmals in einer kommentierten Edition vor. Müller reicherte das Diarium nachträglich mit vielen Ergänzungen an (etwa Verzeichnis der Schatzkammer, Verzeichnis der Sammlung Leopold Wilhelms). Es entstand eine der lebendigsten und umfassendsten Beschreibungen der Residenzstadt Wien des 17. Jahrhunderts: Eine Fundgrube nicht nur zur Stadt- und Residenzgeschichte, sondern auch für die Kirchen-, Musik- oder Literaturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2006

Der Rezensent mit dem Kürzel "cjos" hat sich wahrhaft festgelesen in dem neu aufgelegten und mit Veduten aus dem alten Wien versehenen "ergötzlichen" Reisebericht des Johann Sebastian Müller, Kanzlist im Auftrag des Herzogs von Sachsen-Weimar. Müller ist in politischer Mission an die Donau gereist, um sich vom Kaiser die Belehnung seines Fürstentums bestätigen zu lassen. Die Eindrücke aus der Kaiserstadt hat er in seinem Tagebuch festgehalten. Die sind durchaus intim: Einem Diplomaten seines Ranges sei damals beispielsweise nicht der Einblick in die kaiserlichen Schlafgemächer verwehrt geblieben, referiert "cjos", in welchen sich laut Müller neben seiner Majestät im "Bette mit rothen Damastenen Vorhängen" auch ein Gemälde Dürers befunden habe, auf dem zu sehen sei, "wie der HERR Christus an das Kreuz genagelt worden". Und auch sonst seien die lutherisch eingefärbten Beobachtungen des Gesandten Müller eine "historisch-ethnologisch höchst aufschlussreiche Quelle", befindet "cjos".
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