Dorothee Hochstetter

Motorisierung und 'Volksgemeinschaft'

Das Nationalsozialistische Kraftfahrzeugkorps (NSKK) 1931-1945
Cover: Motorisierung und 'Volksgemeinschaft'
Oldenbourg Verlag, München 2005
ISBN 9783486575705
Gebunden, 305 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde im "Dritten Reich" als "Banner- und Willensträger des Motorisierungsgedankens der deutschen Nation" bezeichnet. Was sich hinter diesem Topos verbirgt, untersucht Dorothee Hochstetter in ihrer Studie über das NSKK. Sie legt die erste Gesamtgeschichte dieser Organisation vor, die zeigt, dass das NSKK nicht nur ein Exekutivorgan der NSDAP war, sondern in vielen Gesellschaftsbereichen Macht ausübte: im Motorsport, in der Automobilindustrie, im Vereinswesen und im Verkehr. Indem die Autorin die Beteiligung des NSKK an der Verfolgung und Ermordung der Juden und an Kriegsverbrechen nachweist, wird der Mythos des NSKK vom unpolitischen Kraftfahrertreff und von der unwichtigen, weil untergeordneten Parteigliederung zerstört.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2005

Überaus instruktiv findet Rezensent Josef Henke diese Studie von Dorothee Hochstetter über das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK). Die Autorin stelle nicht nur die organisatorische und personelle Entwicklung des NSKK dar, sondern biete auch eine den damaligen "Lebenswelten" einfühlsam nachempfundene Mentalitätsgeschichte. Sie verdeutliche den Stellenwert des NSKK innerhalb der Herrschaftsstrukturen des NA-Regimes und akzentuiere den Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung des NSKK. Henke hebt insbesondere Hochstetters Ausblicke auf die Motorisierungspolitik im Nationalsozialismus hervor. Weiterhin würdigt er die Darstellung des Motorsports im "Dritten Reich", der Aktivitäten des Kraftfahrerkorps im Blick auf die Motor-HJ und die NSKK-Motorsportschulen, des Verhältnisses des NSKK zu Automobilclubs und zur Automobilindustrie sowie der Rolle des NSKK im Bereich der Fahrausbildung und der Verkehrssicherheit. Schließlich widme sich Hochstetter den Aufgaben und Tätigkeiten des "als 'unpolitisch' geltenden" NSKK im Zweiten Weltkrieg sowie dessen Beteiligung an Diskriminierungs- und Gewaltmaßnahmen gegen Juden bis hin zu Kriegsverbrechen und Mordaktionen in Polen und in der Sowjetunion. Henke lobt die Autorin dafür, dass sie bei ihrer "sorgfältig abwägenden Bewertung" stets das Augenmaß behält.
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