Divus Augustus

Der erste römische Kaiser und seine Welt
Cover: Divus Augustus
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406660528
Gebunden, 341 Seiten, 266,95 EUR

Klappentext

Von Ralf von den Hoff, Wilfried Stroh und Martin Zimmermann. "Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun, so klatscht Beifall!" Mit diesen Worten hat sich vor genau 2000 Jahren Augustus, der erste römische Kaiser, von der Welt verabschiedet. Es war eine Welt, die er ebenso gewaltig wie gewalttätig umgestaltet hatte. Dieser reich bebilderte Band leistet mehr als eine gewöhnliche Biographie: Ralf von den Hoff, Wilfried Stroh und Martin Zimmermann verfolgen die Spuren, mit denen sich Augustus in der Welt verewigt hat - in Geschichte, Kunst und Literatur. So lässt sich der Band als Beschreibung von Leben und Zeit eines römischen Aristokraten lesen, der sich in blutigen Bürgerkriegen an die Spitze des Staates kämpfte, der Republik den Todesstoß versetzte und eine Verfassung schuf, die ganz auf ihn ausgerichtet war. Zugleich aber wird deutlich, wie der neue Herrscher planvoll Zeichen setzte - sei es in seinen Herrschaftsformen, seiner Bildpropaganda oder der Literatur seiner Epoche.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.07.2014

Es ist das zweitausendste Todesjahr des römischen Kaisers Augustus und aus diesem Anlass haben sich der Althistoriker Martin Zimmermann, der Archäologen Ralf von den Hoff und der Philologe Wilfried Stroh für eine neue Biografie zusammengetan, berichtet Simon Strauß. Das besondere Augenmerk von "Divus Augustus" liegt auf den politischen Paradoxien seiner Herrschaft, auf der Vereinigung von Republik und Monarchie, auf dem Gegensatz des grausamen frühen und des späteren "Dichter"-Kaisers, so der Rezensent. Die Autoren haben davon abgesehen, einen spröden Lebenslauf zu präsentieren und zeigen stattdessen in einzelnen Abschnitten und entsprechend ihrer jeweiligen Expertise das Ineinandergreifen von politischen, militärischen, architektonischen und kulturellen Instrumenten, derer sich Augustus bediente, um seine Macht zu festigen, lobt Strauß. In seinem neuen Rom ist die Stadt selbst ein "visuelles Propagandaschlachtfeld", alles unterliegt einer scharfen Kontrolle, besonders das Bild des Kaisers in der Öffentlichkeit, was eine scharfe Zeichnung des Menschen Augustus im Nachhinein allerdings praktisch unmöglich macht, weiß der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2014

Anlass zum Nachdenken geben Uwe Walter der bald zweitausendste Todestag von Augustus wie auch dieser Band, eine Koproduktion des Althistorikers Martin Zimmermann, des Klassischen Archäologen Ralf von den Hoff sowie des Latinisten Wilfried Stroh. Anlass zur Kritik allerdings auch, hätte sich Walter doch ein Buch gewünscht, das der Vielgestaltigkeit des Kaisers gerecht würde. Stattdessen bekommt er einen chronologischen Bericht, der den Rezensenten durch die Dreiheit der Autoren mit Wiederholungen und Querverweisen (über-)fordert. Ferner ergibt sich für Walter stilistisch kein einheitliches Bild, eine unruhige Lektüre, meint er, die im althistorischen Teil auch noch durch routinierte Distanziertheit getrübt wird, wie er schreibt. Dafür erhält der Rezensent vom Archäologen einen reichhaltigen Einblick in die Erforschung der Augustus-Porträts und zum Thema Macht der Bilder sowie von Stroh eine ausführliche Literaturgeschichte der Augustus-Zeit, in der dem Rezensenten alles wesentliche auf den Punkt gebracht scheint.
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