Dietmar Dath

Pulsarnacht

Roman
Cover: Pulsarnacht
Heyne Verlag, München 2012
ISBN 9783453314061
Taschenbuch, 432 Seiten, 13,99 EUR

Klappentext

Die Menschen der Zukunft haben sich weit von dem entfernt, was wir als 'Mensch' kennen - und doch haben sie immer noch die alten Bedürfnisse, träumen die alten Träume, kämpfen die alten Kämpfe. Bis sich eines Tages die "Pulsarnacht" ankündigt, ein astronomisches Ereignis, nach dem sprichwörtlich nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Und wer das Geheimnis dieser Pulsarnacht kennt, kann die letzten Rätsel des Universums lüften …

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.08.2013

Recht lustlos arbeitet sich Tim Caspar Boehme an Dietmar Daths neuem Roman ab, einer Space Opera auf ganz großer Leinwand, die von einem interstellaren Reich an der Schwelle zu einem apokalyptischen Großereignis handelt - freakige Technik, wilde Weltraumwesen und geklonte Menschen mit eingebauten Computern inklusive. Sauer stößt dem Rezensenten vor allem Daths Jargon-Wildwuchs auf, da es sich der Autor nicht nehmen lässt, von einer weit in der Zukunft liegenden Welt auch in einer weit in der Zukunft liegenden Sprache zu erzählen, sodass sich der Rezensent vor lauter Techno-Sprech alsbald verprellt sieht. Doch auch Daths kosmologische Exkurse stoßen auf wenig Gegenliebe, etwa wenn Dath kurz vorm finalen Weltenbrand noch lange den Urknall erklärt. Dennoch hat Boehme unter solchen Anhäufungen ein Projekt ausgemacht: Es geht ums "Prinzipielle, aber doch nur unter anderem" - ein Selbstbedienungsladen nicht zu Ende gedachter Ideen, bemängelt der Rezensent erschöpft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2013

Dietmar Daths Roman "Pulsarnacht" hat Philipp Theisohn mit seiner Fantastik und technischen Imagination beeindruckt. Im Kampf der Regentin Shavali Castanon und des Rebellführers César Dekarin um die den Menschen eingepflanzten und sie ebenso unterstützenden wie kontrollierenden Tlaloks sieht er eine ausgeklügelte Gesellschaftskritik im Gewand der Science Fiction. Wieder einmal schafft es Dath, die Logik der Gegenwart durch Verfremdung verständlich werden zu lassen. Außerdem lobt Theisohn die Spiegel- und Doppelgänger-Dialektik, die der Marxist-Leninist Dath am Ende gekonnt auflöst.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2013

Es mag an der schieren Menge des veröffentlichten Dath-Materials liegen, dass sein Roman "Pulsarnacht" kaum Beachtung gefunden hat, kann Rezensent Dennis Senzel sich vorstellen, vielleicht gibt es aber auch einfach keine Nachfrage für Daths "dialektische, mit Neomarxismen angereicherte Poetik". Wenigstens Letzteres wäre vielleicht ungerechtfertigt, findet Senzel. "Pulsarnacht" ist ein Science-Fiction-Roman, in dem die Regentschaft der interstellaren Herrscherin Shavali Castanon durch Gerüchte um einen möglichen Weltuntergang infrage gestellt wird, während die ehemaligen Revoluzzer auf einem fernen Planeten die Zeit mit "Teegesprächen und Naturbeobachtungen" totschlagen, fasst der Rezensent zusammen. Besonders haben ihn die "Kilokalorien an Welterfindung" fasziniert, die Dath in den Roman gesteckt hat. Auch politisch findet er Daths Buch erfrischend, statt der allgegenwärtigen Untergangsstimmung anheim zu fallen, lote der Autor das utopische Potential der Technik aus und verweigere sich gleichzeitig einer Einordnung in beide politischen Lager. Wenn Dath überhaupt eine Agenda hat, ließe sie sich am ehesten mit Max Delbrücks "Prinzip der begrenzten Schlampigkeit" beschreiben, überträgt man es in die Politik, erklärt Senzel.
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