Die visuelle Geschichte der Kunst

(Ab 14 Jahre)
Cover: Die visuelle Geschichte der Kunst
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 1999
ISBN 9783806745030
Pappband, 515 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Die visuelle Geschichte der Kunst zeigt und analysiert über 850 repräsentative Kunstwerke von über 350 Künstlern aus allen Epochen: Mit 320 Themen-Doppelseiten mit hervorragenden Kunstreproduktionen, Graphiken, Schemata und Tabellen, Einführungen in die Kunst jeder Epoche, einem Künstlerlexikon mit Verweis auf die wichtigsten Werke der Künstler, Verzeichnissen der Werke und Museen und einem umfangreichen Register.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2000

Gleich vier verschiedene Sach- und Wissensgeschichten für Kinder und Jugendliche bespricht Ursula Sinnreich und kommt zu der Feststellung, dass die meisten dieser oft enzyklopädisch angelegten Bücher auf eine eher konventionelle Art der Wissensvermittlung zurückgreifen und selten die Leselust und Experimentierfreude von Jugendlichen wirklich anregen. Das müsse daran liegen, so die Rezensentin, dass auch die Erwachsenen, die ja diese Bücher für ihre Kinder kaufen, im Stillen eine Sehnsucht nach Überblick hegen.
1) Georges Duby: "Die Ritter" (Hanser Verlag)
Als sehr ambitioniert, anschaulich geschrieben und souverän gehandhabt schildert Sinnreich dieses Buch für Kinder (ab 11 Jahren) des bekannten französischen Mittelalter-Forschers Duby, der anhand der Lebensgeschichte eines zehnjährigen Knaben die Ritterzeit zu vermitteln sucht. Duby verschweige nicht, daß man nicht alles über diese Zeit in Erfahrung bringen könne,.lege aber alle möglichen Dokumente und Quellen vor, um en passant deutlich zu machen, wie der Historiker Geschichte überhaupt rekonstruiert. Ein bißchen schimmert bei Sinnreich der Verdacht durch, daß Anliegen Dubys sei vielleicht doch etwas zu ambitioniert oder großangelegt, schließlich wurden dem Buch noch eine Chronik der Ereignisse in Wissenschaft, Kunst, Religion, Gesellschaft sowie ein Register beigegeben.
2) Susanna Partsch: "Haus der Kunst" (dtv)
Auch wenn Sinnreich die "profunde Sachkenntnis" der Autorin lobt, kommt dieses Buch bei ihr nicht gut weg. Es steht für sie für den Typus Sachliteratur für Jugendliche, der mehr Wert auf die Vermittlung traditioneller Wissensraster legt als auf die Förderung eigenständiger Entdeckungen. Ausgehend von Malraux` Idee eines Rundgangs durch ein imaginäres Museum unternehme die Autorin einen Marsch durch sämtliche Stil- und Kulturepochen, in dem exemplarisch bedeutende Kunstwerke abgegangen und deren Stilmerkmale abgefragt würden. Einen das Kunstverständnis wirklich fördernden Umgang mit der Kunst kann Sinnreich in diesem Buch nicht entdecken.
3) "Die visuelle Geschichte der Kunst" (Gerstenberg-Verlag)
Wo die Rezensentin in anderen Büchern wenigstens solide Wissensvermittlung gewährleistet sieht, so findet das zwei Kilogramm schwere Nachschlagewerk aus dem Gerstenberg-Verlag bei Sinnreich überhaupt keine Gnade mehr. Sie moniert eine detailverliebte und optisch überreizte Aufmachung des Kunstbuches, das nicht mehr als ein konventionelles Nachschlagewerk zur Kunst und darum für Kinder und Jugendliche ungeeignet sei. Ein klarer Fall für die überblicksuchenden Eltern.
4) "Abenteuer Kunst und Technik" (ars edition)
Schon seit längerem gibt die ars edition dreidimensionale Bücherpakete für Kinder heraus, unter denen Ursula Sinnreich das "Abenteuer Kunst und Technik" zu den gelungensten zählt. Die sich dreidimensional entfaltenden Objekte, die sich außerdem durch manuellen Antrieb aktivieren lassen, regen ihrer Meinung nach weit mehr als jede Lektüre die Phantasie an. So lassen sich Fragen an ein Thema überhaupt entwickeln, meint Sinnreich, und Wechselwirkungen viel eher nachvollziehen. Die Begleithefte kommentierten das Erlebte auf unaufdringliche Weise, insgesamt also ein Bücherpaket, das laut Sinnreich anschaulich, plastisch und experimentierfreudig zugleich ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

In geradezu ansteckender Art und Weise schwärmt Manfred Sack von diesem Buch, und man hat beinahe den Eindruck, dass der Platz in seiner Rezension kaum ausreicht, um alle seine Vorzüge darin unterzubringen. Wer wissen will, wie Blattgold gemacht und Glas gefärbt wird, wer was über Künstler, Techniken und Materialien erfahren will, wird hier nach Ansicht des Rezensenten bestens informiert, und: "von der Lust des Entdeckens" gepackt. Sack lobt die Mischung aus kluger pädagogischer Vermittlung, optisch ansprechender Darstellung, dem enormen Informationsgehalt des Buches sowie die hilfreichen Register und Verweisstrukturen. Ein Buch, das für jedes Alter und jeden Bildungsstand von Wert ist, wie der Rezensent findet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.1999

Birgit Sonna streicht zunächst heraus, wie ambitioniert das Anliegen des Bandes sei - 2000 Jahre Kunstgeschichte in einem Band -, aber dann zeigt sich, dass man mit Blättern nicht mehr aufhören und offensichtlich sehr viel dabei lernen kann. Eine "wahre Wundertüte" sei das, zudem mit kenntnisreichen Erläuterungstexten versehen. Spielend lerne man ein strukturelles Sehen und "gerade auch einem jungen und museumsscheuen Publikum" werde die Kunst nahe gebracht. Einzig kritikwürdig findet die Rezensentin, dass mit der Kunst des 20. Jahrhunderts etwas oberflächlich umgegangen werde - hier wünscht sie sich einen zweiten Band.
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