Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945

Band 2: Deutsches Reich 1938 - August 1939
Cover: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945
Oldenbourg Verlag, München 2009
ISBN 9783486585230
Gebunden, 864 Seiten, 59,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Götz Aly, Wolf Gruner, Susanne Heim, Ulrich Herbert, Hans-Dieter Kreikamp, Horst Möller, Dieter Pohl, Hartmut Weber. Bearbeiter Band 2: Susanne Heim.
Mit der Edition zum Mord an den europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland wird in 16 Bänden eine repräsentative Auswahl von Quellen vorgelegt. Band 2 dokumentiert die Judenverfolgung im Deutschen Reich in den 20 Monaten zwischen Januar 1938 und dem Überfall auf Polen.
In engem Zusammenhang mit den Kriegsvorbereitungen verhängte die NS-Führung für die deutschen Juden faktisch den Ausnahmezustand. Beamte, Minister, Parteifunktionäre und Nachbarn steigerten die Diskriminierung der Juden zum Terror, die wirtschaftliche Benachteiligung zur Enteignung, den Auswanderungsdruck zur Massenflucht. Im Pogrom vom 9. und 10. November 1938 wütete der von Goebbels so bezeichnete Volkszorn in Gestalt Zehntausender SA-Männer und Hitlerjungen. Hunderttausende sahen zu. Der Novemberpogrom und die anschließenden politischen Entscheidungen stehen im Zentrum dieses Bandes. Den zweiten Schwerpunkt bildet die Verfolgung, der die 190.000 österreichischen Juden seit dem Anschluss an Deutschland ausgesetzt waren, den dritten diejenigen Maßnahmen, mit denen die Vermögen der Verfolgten teils umstandslos enteignet, teils im Hinblick auf die künftige Enteignung unter staatliche Kontrolle gebracht wurden. Und schließlich dokumentiert dieser Band die gewaltsame Vertreibung der Juden aus Deutschland. Expansionspolitik, Pogrom und "Arisierung" verwandelten die Zwangsemigration in eine chaotische Fluchtbewegung - bis der Kriegsbeginn für viele ein Entkommen unmöglich machte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2009

Rainer Blasius ist tief beeindruckt von der dokumentarischen Aussagekraft der beiden vorliegenden Quellenbände zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden im nationalsozialistischen Deutschland, die die Jahre 1933 bis 1937 beziehungsweise 1938 bis August 1939 abdecken. Zweimal rund 320 Schriftstücke hat das Bundesarchiv zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte und dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Uni Freiburg zeitlich und territorial gegliedert und, wie Blasius durchaus zufrieden erklärt, "knapp" kommentiert herausgegeben. Neben den beiden "vorzüglichen" beziehungsweise "herausragenden" Einleitungen erwähnt Blasius insbesondere die "eindringliche" Vergegenwärtigung der NS-Bürokratiebesessenheit durch die "teils abstoßenden, teils ergreifenden" versammelten Dokumente.