Die MAN

Eine deutsche Industriegeschichte
Cover: Die MAN
C. H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406577628
Gebunden, 621 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Von Johannes Bähr, Ralf Banken und Thomas Flemming. Die MAN ist heute einer der bekanntesten Hersteller von Nutzfahrzeugen und Motoren. Weniger bekannt ist, daß ihre Geschichte schon im Jahr 1758 mit der ersten Eisenhütte des Ruhrgebiets begonnen hat. In der Entwicklung dieses Unternehmens spiegeln sich 250 Jahre deutscher Industriegeschichte wider. Gestützt auf umfangreiches Archivmaterial zeigen die Autoren, wie sich die MAN und ihr Vorgängerunternehmen Gutehoffnungshütte im Laufe der Zeit wandelten und immer wieder neu ausrichteten. Es wird deutlich, wie sehr die MAN die Entwicklung moderner Technik mitgeprägt hat, ob im Brückenbau, im Schiffbau oder in der Drucktechnik. Die MAN baute 1897 den ersten Dieselmotor. Die Gutehoffnungshütte in Oberhausen hat entscheidend zum Aufstieg der Ruhrindustrie beigetragen, die MAN-Werke in Augsburg und Nürnberg waren maßgebend an der Industrialisierung Bayerns beteiligt. Die Autoren gehen ausführlich auf die Rolle der MAN-Gruppe in der NS-Zeit ein und stellen die Veränderungen des Konzerns in den letzten Jahren dar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2009

Den Zeitpunkt dieser Publikation zum 250-jährigen Jubiläum der MAN findet Werner Abelshauser gut gewählt. Schließlich sieht er das Unternehmen bereits in Auflösung beziehungsweise Übernahme begriffen. Die Chance einer solchen Veröffentlichung, aus der Geschichte zu lernen, erscheint Abelshauser angesichts eines Vierteljahrhunderts Unternehmensgeschichte allerdings nicht allzu leicht umzusetzen. Entsprechend einleuchtend findet der den Verzicht des Autorentrios auf einen gemeinsamen forschungsleitenden Ansatz und auf eine analytische Vorgehensweise und die Entscheidung, sich der MAN pars pro toto, das heißt über die einzelnen Subunternehmen zu nähern. Zur besseren Orientierung in der so entstandenen facettenreichen Darstellung empfiehlt der Rezensent einen Einstieg über die Schlussbemerkung des Bandes. Bei aller Vielfalt vermisst Abelshauser jedoch den umfassenden Blick auf die Unternehmenswirklichkeit. Herrschaftsverhältnisse und das Finanzsystem allein machen für ihn noch kein Unternehmen. Mindestens ebenso wichtig wäre für ihn eine weitreichendere Darstellung von Arbeitsbeziehungen und Ausbildungssystemen gewesen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.09.2008

Als "beispielhaft" für die Möglichkeiten einer Unternehmensgeschichte lobt Rezensent Frank Bajohr diese Darstellung, die aus seiner Sicht anhand von 250 Jahren Firmengeschichte auch 250 Jahre deutsche Wirtschaftsgeschichte von der Industrialisierung bis in die Gegenwart erzählt. In  groben Zügen skizziert Bajohr die Geschichte des Unternehmens von seiner Gründung 1758 bis heute, und hebt besonders hervor, dass die MAN im Gegensatz zu vielen Großunternehmen sich kaum mit den Nazis einließ und trotzdem blendende Gewinne machte. Aber nicht nur faktisch und methodisch überzeugt das Buch den Rezensenten. Es ist aus seiner Sicht auch blendend geschrieben.