Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, Band 10

1957
Oldenbourg Verlag, München 2000
ISBN 9783486564075
Gebunden, 611 Seiten, 61,36 EUR

Klappentext

Herausgegeben für das Bundesarchiv von Hartmut Weber. Bearbeitet von Ulrich Enders und Josef Henke. Bei den Bundestagswahlen vom September 1957 errang die CDU/CSU die absolute Mehrheit der Sitze im Bundestag und stellte mit Konrad Adenauer erneut den Bundeskanzler. In diesem Jahr rückten Atombewaffnung und Wiedervereinigungspolitik ins Zentrum der parteipolitischen Auseinandersetzung, wichtige Themen waren ferner die Errichtung einer europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die Aufnahme von Wirtschaftsverhandlungen mit der Sowjetunion und der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Jugoslawien, das die DDR unmittelbar nach der Wahl anerkannt hatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2000

Die Veröffentlichung der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung ist mittlerweile also ins Jahr 1957 fortgeschritten. Rudolf Morsey referiert mit Interesse die politischen Auseinandersetzungen, deren Details er dem vorliegenden Band Entnahme von der Landwirtschaftspolitik des dafür damals noch zuständigen und offensichtlich recht "störrischen " Heinrich Lübke über die vergeblichen Versuche des Finanzministers Fritz Schäffer "nicht verbrauchte" Haushaltsreserven (dass es so etwas einmal gab"!) für den Aufbau der Bundeswehr einzusparen. Morsey stellt nebenbei fest, dass Adenauer seltener als in früheren Jahren behauptete, dass die Lage "noch nie so ernst wie heute" war. Es mag damit zusammenhängen, dass seine CDU die Bundestagswahlen mit über 523 Prozent gewonnen hatte. Den Band lobt Morsey wie die vorhergehenden wie die übersichtliche Aufbereitung und sachkundige Kommentierung.
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