Die Freud/Klein-Kontroversen

1941-1945. 2 Bände
Cover: Die Freud/Klein-Kontroversen
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2000
ISBN 9783608918076
Gebunden, 1250 Seiten, 86,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Pearl King und Riccardo Steiner. Aus dem Englischen von Horst Brühmann. Die Freud/ Klein-Kontroversen, die zwischen 1941 und 1945 in der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft stattfanden, gehören zu den theoretisch ertragreichsten und für die Entwicklung der Disziplin wirkungsmächtigsten Auseinandersetzungen in der Geschichte der Psychoanalyse. Dieser lange Zeit nur in wissenschaftlichen Journalen ausgetragene Dissens brach bald nach Freuds Tod mit ungeheurer Schärfe auf: mit Anna Freud und ihren Anhängern auf der einen Seite, und der Gruppe um Melanie Klein auf der anderen. Es war eine wissenschaftliche Auseinandersetzung um die "richtige" Konzeptualisierung der frühkindlichen Entwicklung, eine wissenschaftstheoretische um die Methode, wie aus dem klinischen Material theoretische Hypothesen zu gewinnen seien, und eine organisationspolitische, bei der es um die Ausbildungsordnung für künftige Analytiker ging.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2002

In den dreißiger Jahren siedelten Siegmund und Anna Freud und auch Melanie Klein, eine Schülerin des Berliner Psychoanalytikers Karl Abraham, nach London über. Dort führten Anna Freud und Melanie Klein eine lange Debatte über die Analysierbarkeit von kleinen Kindern, berichtet Hans-Dieter Gondek. Die hier dokumentierte Debatte, die letztlich zu einer Dreiteilung der British Psychoanalytical Society führte, zeigt das ganze Konfliktmanagement, mit dem die Frauen ihre unterschiedlichen Positionen austauschten, denkt der Rezensent. Für Gondek ist das "voluminöse Werk" mehr als nur Historie, es gehe vielmehr um die grundsätzliche Erkennbarkeit des Psychischen und außerdem um das Innenleben der psychoanalytischen Organisation. Das Buch eigne sich weniger als Einführung in die Psychoanalyse, aber für "Insider" gebe es nichts Klärenderes, ist Gondek überzeugt. Dazu habe auch Horst Brühmann mit einer äußerst sachkundigen und genauen Übersetzung beigetragen.
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