Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Sitzungsprotokolle 1957-1961. Zwei Teilbände
Cover: Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Droste Verlag, Düsseldorf 2004
ISBN 9783770052127
Gebunden, 1012 Seiten, 184,00 EUR

Klappentext

Bearbeitet von Reinhard Schiffers, herausgegeben von Karl Dietrich Bracher, Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz. Zwei außergewöhnliche Ereignisse bilden die Eckpunkte für die Arbeit der Unionsfraktion in der 3. Legislaturperiode: Die von der Union bei der Bundestagswahl 1957 erkämpfte Mehrheit der Zweitstimmen und der Berliner Mauerbau. Trotz des Kalten Krieges beanspruchten innenpolitische Themen die Fraktion stärker als außenpolitische. Nicht alle der über 370 Gesetzesvorhaben konnte die Union durchsetzen. So scheiterte u.a. die als Pendant zur Rentenreform gedachte Krankenversicherungsreform. Adenauer selbst und die Zeitumstände drängten der Fraktion Personalfragen auf, bei denen die häufig angemahnte Geschlossenheit aufbrach und sich nur mit Mühe wiederherstellen ließ. Die schwerste Belastungsprobe für den Zusammenhalt der Fraktion provozierte der Kanzler 1959 selbst mit seiner Verwirrung stiftenden Präsidentschaftskanditatur. Der dadurch ausgelöste Konflikt zwischen ihm und seinem Nachfolger Ludwig Erhard belastete die Fraktion bis zur Zerreißprobe. Außenpolitisch gerieten die Beratungen unter den Eindruck einer Entwicklung, die 1958 mit Chruschtschows Ultimatum bezüglich Berlin einsetzte und sich mit dem Mauerbau 1961 noch gefährlicher zuspitzte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2004

Auch diese Ausgabe der Sitzungsprotokolle der CDU und CSU erhält großes Lob der FAZ. Rezensent Rolf Steininger spricht von einer faszinierenden Lektüre und einer historischen Quelle ersten Ranges. Eröffnet hat sie ihm nicht nur neue Bonmots von Kanzler Konrad Adenauer (der sehr fein zwischen Wahrheit, reiner Wahrheit und lauterer Wahrheit zu unterscheiden wusste), sondern auch in sein gespanntes Verhältnis zur Fraktion und Bundespartei. Die Protokolle der Jahre 1957 bis 1961 umfassen, wie der Rezensent informiert, drei interessante Phasen: die Krise der CDU im Jahr 1959, als Adenauer sich plötzlich weigerte, Bundespräsident zu werden, weil er Ludwig Erhard nicht als Nachfolge-Kanzler sehen wollte; die Reaktion der Union auf das Godesberger Programm der SPD; und schließlich den Bau der Mauer.