Der Koran

Cover: Der Koran
Herder Verlag, Freiburg 2009
ISBN 9783451302923
Gebunden, 575 Seiten, 49,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Bernhard Uhde. Ahmad Milad Karimi, Islamwissenschaftler, Muslim und Dichter, legt eine poetische und wortgetreue Neuübersetzung des Koran vor. Bernhard Uhde, katholischer Theologe und Religionswissenschaftler, begleitet die Übersetzung wissenschaftlich und gibt eine fundierte Einführung. Das Ergebnis dieses gelebten interreligiösen Dialogs: Die Sprachgewalt und Sprachschönheit des arabischen Originals wird in Karimis Übersetzung auch für alle spürbar, die kein Arabisch können.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2011

Die Übersetzung des Korans scheint Rezensent Tilman Nagel eine echte Herausforderung. Die Schwierigkeit, vor die Ahmad Milad Karimi als Übersetzer gestellt ist, sieht er darin, die Faszination, die der Text auf den Übersetzer ausübt, in die deutsche Fassung zu retten, zugleich aber die Inhalte den nichtmuslimischen Leser verständlich zu vermitteln. Die Entscheidung Karimis, die Wortfolge des Originals möglichst beizubehalten, hält er für legitim. Für den nichtmuslimischen Leser aber wird das Verständnis des Textes in seinen Augen dadurch nicht gerade erleichtert. In einer anderen Hinsicht scheint ihm der Text jedoch geglättet: an einer Stelle, wo der Koran die Gleichberechtigung der Geschlechter ausschließt, füge Karimi dem Text eigenhändig etwas hinzu, um diesbezügliche Aussagen zu verhüllen beziehungsweise zu relativieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2010

Erst einmal klärt der Islamwissenschaftler Stefan Weidner bei seiner Übersicht über drei neue Koran-Übersetzungen ein paar sehr grundsätzliche Dinge. So räumt er mit dem Irrtum auf, der Koran sei ein "Buch" im westlichen Sinn: vielmehr eine aus mündlicher Überlieferung entstandene, nicht durch klare innere Logik oder Stringenz oder Chronologie zusammengehaltene Sammlung oft etwas kryptischer Kurztexte. Unübersetzbar dagegen, wie oft behauptet, findet Weidner den Text keineswegs. Unklar genug nämlich sei er bereits im Original. Der Übertragung von Ahmad Milad Karimi und Bernhard Uhde, die Weidner insgesamt für nicht wirklich überzeugend hält, attestiert er immerhin eine Frische und einen Charme, die die solidere Version von Hartmut Bobzin doch vermissen lasse. Andererseits sei sie dieser - noch dazu ohne Kommentar-Erläuterungen - philologisch um Längen unterlegen und gerate beim Versuch, etwas anders als üblich zu machen, doch gelegentlich auf einen unfreiwillig "komischen" Abweg.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.10.2009

Arno Widmann vergleicht in einer kurzen Kritik zwei neu herausgebrachte Übersetzungen des Korans. .Ahmad Milad Karimis Version, die er gegen Muhammed Asads "Die Botschaft des Koran" hält, findet dabei nicht seine Zustimmung. Zwei Dinge bemängelt er daran: Als Versuch, "Gläubigen ein Heiliges Buch zur Verfügung zu stellen", mache die Übersetzung viel zu viel Voraussetzungen, wo sie Laien das auf den ersten Blick recht struppig zu lesende Buch doch auch mit erläuternden Fußnoten näherbringen müsste. Und zugleich verschlimmert sie ihr Vorhaben noch durch den Versuch, die Schönheit des arabischen Originals in schlecht verständlichen Eins-zu-eins-Übersetzungen wiederzugeben. Aus jenen, die "Gutes tun", werden dann "Schönhandelnde".Widmann erhofft sich Besseres von der ausstehenden Übersetzung des in Erlangen-Nürnberg lehrenden Hartmut Bobzin, dessen Übersetzung für März 2010 annonciert ist.
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