Denis Diderot

Diderots Enzyklopädie

Mit Kupferstichen aus den Tafelbänden
Cover: Diderots Enzyklopädie
Die Andere Bibliothek, Berlin 2013
ISBN 9783847700135
Gebunden, 508 Seiten, 79,00 EUR

Klappentext

Neu ediert von Anette Selg und Rainer Wieland; übersetzt aus dem Französischen von Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer, Sabine Müller. Folioformat, in changierendes Leinen mit feinem Glanz gebunden, im Siebdruck bedruckt und geprägt, Fadenheftung, Lesebändchen, Buchgestalter: Ralf de Jong. Die "Enzyklopädie oder das vernünftig durch­dachte Lexikon der Wissenschaften, Künste und Gewerbe": Sie wurde zum Synonym für das, was uns Späteren als das Jahrhundert der Aufklärung erscheint. Als die ersten Bände dieses von Denis Diderot und seinem Freund Jean Baptiste le Rond d'Alembert konzipierten Kompendiums allen Wissens ihrer Zeit 1751 erschienen, trafen sie auf ein überwältigendes Interesse: Diderots "Enzyklopädie" erleuchtete die Eliten Europas. Ob Intellektuelle oder Ingenieure, Juristen oder Ärzte, Ökonomen oder die sich herausbildenden Manufakturbetreiber - die Verständigung des gebildeten Publikums über die damals bekannte Welt fand zu einer neuen gemeinsamen Sprache. Jenseits von christlichem Weltbild und könig­lichem Gottesgnadentum versammelte die Enzyklopädie aus den Bereichen "Wissen­schaf­ten, freie Künste und mechanische Künste" das Weltwissen im Zeichen von Vernunft und Wissen­schaft. Die Enzyklopädie betrieb Auf­klä­rung - gegen den erbitterten Widerstand der Kräfte des "alten Regimes". Die Neuedition von Anette Selg und Rainer Wieland folgt der Überlegung: Was interessiert uns aus diesem gewaltigen Steinbruch des Lebens noch heute? Beigegeben sind unserer neuen Ausgabe ausgewählte Kupferstiche aus den Tafelbänden - die auf uns wie lebendige Bildgeschichten aus der Welt des 18. Jahr­hun­derts wirken. Die elf Bildtafel-Bände mit 2.885 Kupferstichen und 2.575 Erläuterungen auf etwa 7.000 Seiten ergänzten die alphabetisch ge­ord­neten Textbände.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Im Vergleich zu den Veröffentlichungen zu Jean-Jacques Rousseau im vergangenen Jahr ist es zu Denis Diderots 300. Geburtstag verhältnismäßig ruhig, klagt Rezensent Helmut Mayer. Umso erfreuter ist der Kritiker, dass zumindest ein brillanter und erweiterter Auswahlband zu Diderots Enzyklopädie erschienen ist, der nicht nur über eine kenntnisreiche Einleitung verfügt, sondern auch durch zahlreiche Reproduktionen der Kupferstiche reich bebildert ist. Und so liest der Kritiker zufrieden in dem Werk, das auf die vor fünfzig Jahren erschienene ostdeutsche Ausgabe Theodor Lückes zurückgreift, wie engagiert der Eklektiker Diderot die wissenschaftlichen Debatten seiner Zeit verfolgte und streitbare Thesen publizierte. Das Urteil des Rezensenten: Eine empfehlenswerte Ausgabe, die Anlass genug ist, den empfindsamen, bedächtig verrückten und einnehmenden Autor wiederzuentdecken.
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